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Aller Anfang ist schwer. Dieser ganz besonders, er wiegt 18 Tonnen. Und nach einer knappen halben Stunde stand das erste Stück Außenwand auch genau dort, wo es hingehört. So lange hatten die Spezialisten der Firma JaKo-Baudenkmalpflege den am Kran baumelnden Koloss immer wieder angehoben und millimeterweise verschoben. Bis er schließlich ganz sanft in sein frisches Mörtelbett sank.

Vogtsbauernhof

Der neue Standort des Schössles in Gutach. Im Hintergrund sind einige weitere Gebäude des Freilichtmuseums zu sehen, dessen Fläche für das neue Haus erweitert wird.

Somit ist das erste Stück des „Schlössles von Effringen“ dort angekommen, wo es nun bleiben wird: im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach.

Dorthin transportieren Tieflader gerade das Gebäude, nachdem die Arbeiten in der Restaurierungshalle in Balingen auf der Schwäbischen Alb abgeschlossen sind. Stück für Stück. Sieben weitere Mauerteile für das Erdgeschoss warten neben der nagelneuen Bodenplatte schon darauf, vom Kran ebenfalls platziert zu werden, die übrigen folgen in den nächsten Wochen.

„Wenn das erste Bauteil nur um einen halben Zentimeter abweicht, steht das Ende der Mauer nicht mehr komplett auf dem Fundament“, erklärte JaKo-Geschäftsführer Bernd Jäger den rund hundert Gästen, die das Setzen des ersten Mauerteils im Vogtsbauernhof gestern Nachmittag verfolgten. Deswegen dauerte es eben auch ein wenig. Und er fügte hinzu: „Am Kranführer liegt’s nicht!“ Diesen Job hatte nämlich für den Moment der Landrat des Ortenaukreises, zu dem der Vogtsbauernhof gehört, Frank Scherer, übernommen. Zuvor hatte er in seiner Ansprache noch bekräftigt: „Für unser Freilichtmuseum beginnt eine neue Ära.“ Tatsächlich stellt das mehr als 600 Jahre alte „Schlössle von Effringen“, wenn es im Frühjahr 2018 fertig ist, das mit Abstand älteste Gebäude im Freilichtmuseum dar.

„Für mich ist das noch nicht ganz wirklich, dass mein Elternhaus nun hier steht“, sagte derweil Berthold Gauss, der ebenfalls nach Gutach gekommen war. Er war das letzte Mitglied seiner Familie, das noch im „Schlössle“ geboren wurde – 1955. Bis 1972 hatte die insgesamt sechsköpfige Familie in dem historischen Gebäude in Effringen im Nordosten des Schwarzwalds gewohnt. Und sich weitere 40 Jahre später entschlossen, es dem Freilichtmuseum zu schenken. Wo es in den nächsten Wochen und Monaten nun Stück für Stück ankommt.

Hintergrund: Seit Beginn des Jahres begleiten wir die Translozierung des „Schlössles von Effringen“ in jeder Ausgabe von „Mein schönes Landhaus“. Alle bisher erschienenen Beiträge der Serie „Ein Haus zieht um“ haben wir hier auch als Download bereitgestellt. Die nächste Ausgabe von „Mein schönes Landhaus“ erscheint am 5. Oktober. Darin lest ihr, welche Arbeiten kurz vor Beginn der Transporte nach Gutach noch zu bewältigen waren. Unter www.schloessle-effringen.de findet ihr außerdem eine Webcam, welche die Arbeiten in Gutach rund um die Uhr begleitet.


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