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Ein historisches Gebäude geht auf Reisen: In der aktuellen Ausgabe von „Mein schönes Landhaus“ lest ihr die erste Folge unserer Serie „Ein Haus zieht um“. Darin beschreiben wir, wie das „Schlössle Effringen“ seinen Standort wechselt.

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Auf der Mauer, auf der Lauer: Unser Redakteur Florian (rechts) im Gespräch mit „JaKo“-Vorarbeiter Tobias Rosenstengel. Die Webcam in der Restaurierungshalle hat die beiden aufgenommen. (Foto: „Jako Baudenkmalpflege“)

Mehr als 500 Jahre stand der in seiner Erbauungszeit imposante Bau (deswegen der Name „Schlössle“) in Effringen bei Calw in Baden-Württemberg. Nun wird er ins Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach „transloziert“, wie der Ortswechsel eines kompletten Hauses heißt.

Das „Schlössle Effringen“ wie es zuletzt an seinem Originalstandort in der Nähe von Calw aussah. Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem Jahr 1406, vielleicht sind sie aber auch noch älter, die Experten erforschen das derzeit. (Foto: Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof)

Das „Schlössle Effringen“ wie es zuletzt an seinem Originalstandort in der Nähe von Calw aussah. Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem Jahr 1406, vielleicht sind sie aber auch noch älter, die Experten erforschen das derzeit. (Foto: Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof)

Für den Umzug wurde es zerlegt. Die bis zu 1,40 Meter dicken Mauern haben die Experten für solche Umzüge, die Mitarbeiter der schwäbischen Firma „JaKo Baudenkmalpflege“, buchstäblich zersägt, in einem Spezialverfahren verpackt und auf Tiefladern transportiert. Doch nicht nur mächtige Mauerteile machten sich im vergangenen Sommer auf den Weg, auch Innenwände, der Dachstuhl samt Ziegeln, Türen, Geschossdecken sowie palettenweise Steine und lose Hölzer. Insgesamt verließen weit mehr als 600 Tonnen den kleinen Ort am östlichsten Rand des Schwarzwalds.

Von oben nach unten wurden die einzelnen Gebäudeteile im vergangenen Sommer demontiert, verpackt und von einem Kran auf Tieflader gehoben. Auf diesem Bild verlässt der zweite Giebel die Baustelle. (Foto:  JaKo Baudenkmalpflege)

Von oben nach unten wurden die einzelnen Gebäudeteile im vergangenen Sommer demontiert, verpackt und von einem Kran auf Tieflader gehoben. Auf diesem Bild verlässt der zweite Giebel die Baustelle. (Foto: JaKo Baudenkmalpflege)

Derzeit steht und lagert das weitgehend zerlegte „Schlössle“ in der Restaurierungshalle von „Jako“ in Balingen auf der Schwäbischen Alb. In der kommenden Folge von „Ein Haus zieht um“ (die nächste Ausgabe von „Mein schönes Landhaus“ erscheint am 30.3.2016) schildern wir, wie die Maurer und Zimmerleute vor Ort die uralten Mauerteile restaurieren und für die Weiterreise ins Freilichtmuseum vorbereiten. Dort soll das „Schlössle“ dann im Sommer 2018 komplett fertig zu besichtigen sein.

Die „Nähte“ auf dieser Illustration zeigen, in welche „Portionen“ die Mauern des Hauses zersägt wurden. Manche Mauerteile wiegen knapp 20 Tonnen. Der Dachstuhl samt Ziegeln wurde für den Transport in seine Einzelteile zerlegt. (Illustration: Sabine Dubb)

Die „Nähte“ auf dieser Illustration zeigen, in welche „Portionen“ die Mauern des Hauses zersägt wurden. Manche Mauerteile wiegen knapp 20 Tonnen. Der Dachstuhl samt Ziegeln wurde für den Transport in seine Einzelteile zerlegt. (Illustration: Sabine Dubb)

Es ist faszinierend, ein solches Projekt zu begleiten. Denn die alten Steine und Hölzer erzählen tatsächlich Geschichten. Zum Glück arbeitet das Team in Balingen in einer großen Halle, drumherum schneit und stürmt es derzeit mitunter ganz fürchterlich. Drinnen erklärt mir „JaKo“-Vorarbeiter Tobias Rosenstengel, welche Jobs für ihn und sein sechsköpfiges Team aktuell anstehen. So erhalte ich eine umfassende Fortbildung im Fach Baugeschichte – für einen gelernten Historiker wie mich eine ziemlich spannende Erfahrung. Wenn ich nicht gerade „oben“ bin – von der Offenburger Redaktion im Rheintal geht es dorthin nur hoch –, werfe ich trotzdem jeden Tag mindestens einen Blick in die Halle: Sie haben dort eine Webcam installiert, die den Fortgang der Restaurierung beobachtet.


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