Besucht uns auch auf…

Wie lernten früher eigentlich die Kinder in der Schule? Elektronische Tafeln, Overheadprojektor oder Flipcharts – Daran war weder im 18. Jahrhundert, noch in den 1950er-Jahren zu denken. Damals herrschte höchste Disziplin. Die bekommt man zu spüren, wenn man mit Fräulein Zimmermann und den anderen Besuchern des Badischen Schulmuseums in eine Schulstunde aus vergangenen Zeiten eintaucht.

Das Klassenzimmer der 50er Jahre: Fräulein Zimmermann erklärt das Alphabet

Das Klassenzimmer der 50er Jahre: Fräulein Zimmermann erklärt das Alphabet

 Der historische Unterricht

Jeden ersten Sonntag im Monat findet in der ehemaligen Waldenser Schule in Karlsruhe-Palmbach von 13-17 Uhr wieder Unterricht statt. Allerdings keiner, wie wir ihn aus heutiger Zeit kennen. Wer hier nicht aufpasst, gerade sitzt und den Mund hält, dem drohen Schläge – natürlich nur sinnbildlich. Doch wenn Trudel Zimmermann in die Rolle der Lehrerin schlüpft, geht es nicht zimperlich zu. Schließlich soll jeder Besucher erleben, wie es früher wirklich gewesen ist. Da wurden die Kinder in die Ecken geschickt, an den Haaren gezogen und selten genug kam dem Lehrer sogar ein Lob über die Lippen.

Eröffnung in Palmbach

Im Herbst 2014 zog das Badische Schulmuseum in die neuen Räumlichkeiten in Palmbach um. „Das war für uns wie ein Sechser im Lotto“, erzählt Trudel Zimmermann. Das Gebäude stammt original aus dem Jahr 1902. Auf dem Schulhof kann sie den Besuchern zeigen, wie das Gelände getrennt wurde in einen evangelischen und einen katholischen Teil, in einen Mädchen- und einen Jungenteil.

Neben dem historischen Klassenzimmer und dem aus den 1950er-Jahren gibt es für die Besucher einiges mehr zu entdecken: Alte Schulbücher, Schreibutensilien, Tierpräparate und technische Geräte zum Beispiel. Die begleitende Dauerausstellung zeigt den Unterschied zwischen der früheren und der heutigen Schule.

Andere Zeiten, anderer Umgang

Wenn Fräulein Zimmermann erzählt, dass die Kinder damals nur alle vier Wochen ihre Unterhose wechselten, dann ist das für mich kaum zu glauben. Doch heute im Museum habe ich eine Vorstellung davon bekommen, wie ein Schultag damals ablief. Dank Trudel Zimmermann! Sie erinnert sich noch gut daran, wie es ihr selbst in der Schule erging: „Ich musste mich als Linkshänderin auf meine linke Hand setzen, damit ich sie ja nicht benutzte.“

Da bin ich heilfroh, dass es bei mir in der Schule lockerer zuging.

Badisches Schulmuseum e.V.
Waldenser Schule
Henri-Arnaud-Straße 7
76228 Karlsruhe-Palmbach
www.badisches-schulmuseum.de

Diesen Text hat unsere Praktikantin Patricia mit Hilfe von Christine verfasst

 Fotos: Christine Hahn-Patzt


Christine Hahn-Patzt


Ein Kommentar zu “Badisches Schulmuseum

  1. Hallo liebe Redaktion,
    durch Zufall bin ich die Tage auf ihren Blog gestoßen und blättere gerne darin.
    Der heutige Post erinnert mich sofort an meine Schulzeit.
    Ich sehe mich förmlich auf der Schulbank sitzen. Ich wohnte in einem kleinen Ort, da waren die Schüler aller 8 Klassen in einem Zimmer versammelt, ein Lehrer „regierte“ alles…..und wehe es herrschte keine Ruhe.

    Am Anfang gab es noch die Schiefertafel und einen Griffel, was waren das für Zeiten. Heute undenkbar bei allem was schon die Erstklässler haben müssen.
    Heute staunen die Enkel, wenn ich davon erzähle.
    Und wenn ich dann vergleiche mit der jetzigen Zeit……da kann man sich schon fragen….wie haben unsere Eltern uns groß gebracht- und ich möchte sagen das unsere Kindheit ruhiger und sorgenfreier verlaufen ist, vom Freizeitstress erst gar nicht zu reden.

    Macht weiter so, ich schaue immer wieder gerne vorbei.

    Viele liebe Grüße an das ganze Team
    Irene

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