Besucht uns auch auf…

In der Sommer-Ausgabe unserer Zeitschrift Mein schönes Land haben wir euch eingeladen, das Gelände von Terra Medica® zu besuchen. Am 16. Juli und am 27. August haben wir nun zusammen mit Lesern das Anbaugelände für die Arzneipflanzenkulturen der DHU in Staffort erkundet.

Echinacea

P1190612Nach der Begrüßung im Besucherzentrum und nach einem kurzen Film über die Grundlagen der Homöopahtie sowie über die Geschichte von Dr. Willmar Schwabe und der DHU startet der Rundgang über das Gelände. Dr. Heiko Hentrich, Biologe und Teamleiter der Anlage, führt uns zunächst in die Gewächshäuser und erläutert uns das Vorgehen von der Anzucht bis zur Pflanzung. Bei den ohnhin schon warmen Sommertemperaturen ist das eine schweißtreibende Angelegenheit. Doch es gibt viel zu entdecken, vom beeindruckenden Sammelsurium an Kakteen und Aloen, exotischer Vanille und rankender Balsambirne bis hin zu den kleinen Wachteln, die als niedliche aber vor allem nütlziche Schädlingsbekämpfer gehalten werden.

IMG_2130

P1190649Anschließend erkunden wir das Freigelände. Über etwa 13 ha erstrecken sich die Parzellen, auf denen seit 1976 Kulturen ökologisch zertifiziert angebaut werden, aus denen DHU-Medizin entsteht. Terra Medica ist damit die größte Kultur dieser Art in Europa. Insgesamt 17 Gärtner, Landschaftsbauer und weitere Mitarbeiter/innen kümmern sich rund um das Jahr um Samengewinnung, Anzucht, Pflege und Ernte. Von Sonnenhut und Ringelblume bis zu Wasserhyazinthe und Giftsumach gedeihen hier Arzneipflanzen verschiedenster Herkunft nebeneinander und das ohne Spritz- und Düngemittel, dafür aber mit viel Handarbeit und Expertise. Unkräuter heißen hier Beikräuter und werden in auffwändiger Handarbeit gejätet. Verschiedene Bewässerungssysteme sorgen auch an heißen Tagen für eine optimale Wasserversorgung. Beim Anbau setzt man in Staffort zudem auf natürliche Helfer wie Bienen, Vögel und andere Nützlinge sowie auf naturnahe, förderliche Anbaubedingungen. Daher dürfen Brut- und Bienenkästen, Windschutzhecken sowie ein Baumbestand nicht fehlen. Auch ein ausgeklügelter Fruchtwechsel mit Gründünger wie Luzernengras ist ein wichtiger Bestandteil des Anbaus.

P1190661

P1190651Neben den teils giftigen Exoten auf dem Feld, die mit größter Vorsicht angebaut und geerntet werden, sind auch die Teichanlagen sowie die tunnelartigen Schattenhäuser ein echter Blickfang. Hier gedeihen schattenliebende Pflanzen wie der Echte Wurmfarn, auch Männerfarn genannt, und Haselwurz unter sehr guten Bedingungen. Je nach  homöopathischem Mittel werden laufend Blüten, Blätter und ander Pflanzenteile geerntet, um daraus zunächst Urtinkturen und aus diesen schließlich Globulis zu gewinnen – ein Verfahren, das auf der Arbeit von Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann beruht. Der Arzt und Apotheker gilt als führenden Wissenschaftler seiner Zeit und als Begründer der Homöopathie. Den großen Aufwand des Pflanzenanbaus nimmt das Unternehmen auf sich, um die Qualität der Arzneimittel schon vom Samen an garantieren zu können.

Zum Abschluss des Rundgangs genießen wir im erholsamen Schatten des Besucherzentrums eine kleine Brotzeit. Unsere Leser erweisen sich allesamt als kundige Pflanzenliebhaber und der ein oder andere konnte auch schon Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln machen. So ist es kein Wunder, dass dabei Eindrücke, Wissen und Erlebnisse lebhaft ausgetauscht werden.

Herzlichen Dank an Dr. Heiko Hentrich, Dr. Wolfgang Kern und das Team von Terra Medica® in Staffort & ein herzliches Dankeschön an unsere Leser und Leserinnen!


2 Kommentare zu “Zu Besuch bei Terra Medica

  1. Der Besuch war sehr interessant und aufschlussreich, ließ aber Fragen offen:
    1. Im Film hieß es: „Durch die Potenzierung erfolgt eine homöopathische Wirkungssteigerung, die Dynamisation“. Wie kann man das verstehen? Gibt es eine Theorie dazu? Unabhängige Experimente, die das bestätigen?
    2. Im Film wurde auch die Verschüttelung „von Hand“ betont. Warum ist das wichtig? Weil die DHU der Tradition Hahnemanns verpflichtet ist, wie es hieß?
    3. Auf der Führung und in den Broschüren wurden Homöopathie als Ergänzung zu schulmedizinischer Behandlung, Komplexmittel und Selbstmedikation empfohlen bzw. beworben: Alles Dinge, die es, folgt man Hahnemanns „Organon“, gar nicht geben dürfte. Irrte Hahnemann?
    4. Wenn aus heutiger Sicht Teile des „Organon“ ohne Verlust gestrichen werden können (siehe Frage 3), andere unbedingt beibehalten werden müssen (siehe Frage 2): Anhand welcher Kriterien wird zwischen beidem unterschieden?
    5. Es wurde immer wieder der ökologische Anbau ohne Pflanzenschutzmittel und Insektizide betont. Das ist schön, aber welchem Zweck soll es dienen? Dass die Globuli möglichst frei von dem Zeug sind? Spätestens ab C3 / D6 sind durch die Verdünnung der Urtinktur die Globuli so frei davon, wie sie es nur sein können. Also tut man es, weil der Kunde es so erwartet? Mit anderen Worten, weil sich die Globuli so besser verkaufen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.