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Von Polen wanderten sie zunächst nach Sachsen und Brandenburg, in den vergangenen Jahren wurden einzelne Wölfe auch in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bayern gesichtet. Der Biologe, Journalist und Naturfotograf Axel Gomille ist den Tieren seit vielen Jahren auf der Spur. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen.

Axel Gomille

Gut getarnt: Axel Gomille mit seiner Kamera © Zwen Keller / Frederking & Thaler Verlag

Was fasziniert dich an Wölfen? Axel Gomille: „Wölfe sind sehr heimliche und effektive Raubtiere, die in den unterschiedlichsten Lebensräumen zurechtkommen. Ich konnte sie schon in den heißen Halbwüsten Asiens und in den kalten Gebirgen Nordamerikas beobachten. Als sich abzeichnete, dass sie Deutschland zurückerobern, war mir klar, dass dies eine sehr spannende Geschichte werden würde. Da wollte ich dabei sein. Mich interessierte, wie das moderne, durchstrukturierte Deutschland mit diesen Tieren umgehen würde. Und ich war fasziniert von der Aussicht, wildlebende Wölfe gewissermaßen vor der Haustür beobachten zu können.“

Wolfsfamilie

Junge Wölfe lieben es, herumzutoben. © Axel Gomille / Frederking & Thaler Verlag

Welches war dein unvergesslichstes Erlebnis bei den Foto- und Recherchearbeiten? Axel Gomille: „Es gab seltene Momente, bei denen die Wölfe mich nicht bemerkt haben. Dann sind die Tiere ganz nah an mich herangekommen, und ich konnte Portraits aufnehmen oder aus kurzer Distanz ihr Verhalten beobachten. Das waren Sternstunden. Faszinierend war für mich auch, als ich an einem Herbstabend mal wieder vergeblich auf Wölfe gewartet hatte. Nachdem lange nichts passiert war, fing plötzlich vor mir im Wald ein Wolf an zu heulen. Dann antwortete ein zweiter neben mir, und ein dritter stimmte von hinten mit in den Chor ein. Ich saß zwischen den Wölfen und hatte sie alle nicht bemerkt. Das zeigt schon recht eindrücklich, wie gut sich die Wölfe verbergen können, wenn sie möchten.“

Wolfswelpen

Welpen begrüßen freudig ältere Familienmitglieder. © Axel Gomille / Frederking & Thaler Verlag

Wie nahe bist du den Tieren gekommen? Axel Gomille: „Es ist nicht sehr erfolgversprechend, sich den Tieren zu nähern, weil sie bessere Sinne haben als wir. Meine Erfahrung ist, dass sie stets versuchen, Begegnungen mit Menschen zu vermeiden. Ich habe mich daher an günstigen Stellen versteckt und darauf gewartet, dass sich die Tiere auf mich zubewegen. Meist passierte dabei gar nichts. Wenn ich sehr viel Glück hatte und ausnahmsweise mal alles gepasst hat, sind Wölfe manchmal bis auf rund 20 Meter an mich herangekommen. Das waren aber seltene Ausnahmen.“

Wolf

Die meisten Rüden verlassen bereits im zweiten Jahr das Rudel und begeben sich auf Wanderschaft, um eigene Territorien zu gründen. © Axel Gomille / Frederking & Thaler Verlag

Wie wahrscheinlich ist es, dass man beim Wandern einen Wolf sehen kann und wie verhält man sich in so einem Fall? Axel Gomille: „Selbst wenn man in etwa weiß, wo Wölfe stecken, kann es Tage oder sogar Wochen dauern, bis man einen zu Gesicht bekommt. Meist sieht man dann nur in großer Entfernung eines der Tiere Weg kurz über einen Weg huschen. Man muss also viel Zeit investieren, um bei uns wildlebende Wölfe zu beobachten. In Mitteleuropa sind sie meist sehr scheu, daher sind zufällige Begegnungen recht unwahrscheinlich. Wenn dennoch ein Wolf auftaucht, sollte man die seltene Beobachtung genießen. Meist hat das Tier den Menschen dann noch nicht bemerkt – was beispielsweise an der Windrichtung liegen kann. Wer sich dennoch unbehaglich fühlt, kann durch Bewegungen oder Geräusche den Wolf auf sich aufmerksam machen. Das reicht in aller Regel aus, um das Tier zu vertreiben.“

Buchtipp:

Deutschlands wilde WölfeIn seinem neuen Buch lüftet Axel Gomille das Geheimnis um das zu Unrecht gefürchtete Tier und zeigt faszinierende Bilder freilebender Wölfe in Deutschland.
Deutschlands wilde Wölfe
Axel Gomille
168 Seiten
29,99 Euro
Frederking & Thaler Verlag
weitere Informationen: www.axelgomille.com

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