Besucht uns auch auf…

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, heißt es im Volksmund. Und genauso war es auch in diesem Jahr, als sich „Mein schönes Land“-Chefredakteurin Marie-Luise Schebesta von ihrem Schreibtisch aufmachte, um den Geist der Weihnacht für ihre Leser auf Bildern einzufangen.

Unterstützt wurde sie dabei von Fotograf Roland Krieg, der Floristin Helga Ell-Baumgratz und mir, Redakteurin Anne Gutacker. Während es für mich das erste Mal war, sind die anderen drei bereits ein eingespieltes Team, das sich traditionell einmal im Jahr trifft, um die besagte Weihnachtsproduktion „in den Kasten zu bekommen“. Zwischen der Aufregung, ob das Wetter mitspielt, alle Motive zeitlich umgesetzt werden können und nichts vergessen wurde, mischte sich deshalb auch große Wiedersehensfreude.

Ein eingespieltes Team: Chefredakteurin Marie-Luise Schebesta, Fotograf Roland Krieg und Floristin Helga Ell-Baumgratz.

Ort des Geschehens war das auf 550 Metern hoch gelegene Gasthaus „Vogt auf Mühlstein“. Es befindet sich zwischen Harmersbach und Nordrach in einer der schönsten Ecken des Schwarzwaldes. Mit drei vollbeladenen Autos sind wir dort angekommen. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme machten wir uns alle eifrig daran, die vielen Kisten auszupacken.

Während ich die Treppenstufen voll beladen hoch und runter lief, kam ich nicht umhin meinen Blick immer wieder über die weiße Winterlandschaft streifen zu lassen. Ich denke mir, Petrus muss ein „Mein schönes Land“-Fan sein, warum sonst hätte er an diesem Tag für diese Postkarten-Idylle gesorgt …

Helga Ell-Baumgratz sortierte derweil Zweige und Arbeitsutensilien auf der großen, überdachten Freiterrasse. Nachdem auch die letzten Kisten ihren Platz gefunden hatten, begutachteten wir zusammen mit unseren Gastgebern Rolf Lehmann und seiner Lebensgefährtin Sandra Orthey die gute Stube des Hauses. Überall wurde bereits festlich geschmückt, sodass wir es fast nicht übers Herz brachten, die liebevollen Dekorationen zu verschieben, um Platz für unsere eigenen Kreationen zu schaffen.

Doch Sandra Orthey, die alles selbst arrangiert hatte, sah unser Werkeln zum Glück gelassen und freute sich über die neuen Inspirationen. Von ihr erfuhren wir auch etwas über die uralte Geschichte des Hofes, was unsere heitere Stimmung für einen kurzen Moment trübte. Um 1774 wohnte hier nämlich der Vogt auf Mühlstein, Anton Muser, mit seiner einzigen Tochter Magdalena. Der Legende nach war sie wunderschön und verschenkte ihr Herz für alle Zeiten an einen Hans. Zusammensein durften die beiden aber nicht, denn sie war bereits dem reichen „Hermesbur“ versprochen. Als die Hochzeit bevor stand, zog Hans weg und Magdalena starb nach nur einem Monat nach ihrer Trauung an gebrochenem Herzen. Aufgeschrieben wurde die Erzählung von dem Schriftsteller Heinrich Hansjakob, dessen Portrait noch heute die Wand des Gasthauses ziert.

Zentrum der gemütlichen Stube ist ein alter Kachelofen.

Zum Glück hat die Liebe mit Sandra und Rolf wieder Einzug in den Hof gehalten. Davon zeugen auch die zahlreichen, liebevollen Botschaften, die in den Innenräumen sowie im Außenbereich überall verteilt sind. Seit 2014 betreibt das Paar bereits das Gasthaus, das seither ein beliebtes Ziel für Wanderer, Spaziergänger oder motorisierte Ausflügler ist.

Während ich zum letzten Schluck heißen Kaffee ansetzte, nehme ich mir vor, im Frühling selbst meine Wanderschuhe zu schnüren und noch einmal hier her zu kommen. Doch jetzt freute ich mich erst einmal beim Entstehen der weihnachtlichen Bilder dabei zu sein. Die alten Fenster, Türen und Treppen auf dem Gelände bildeten dafür die perfekte Kulisse. Voller Begeisterung verfolgte ich jeden einzelnen Handgriff von Helga Ell-Baumgratz, die in Windeseile zauberhafte Gestecke für jede einzelne Szenerie kreierte.

Helga Ell-Baumgratz zaubert mit wenigen Griffen wunderschöne Gestecke.

Und so konnte ich mir selbst auch noch den ein oder anderen Deko-Tipp abgucken. Fast unmerklich überkam uns die Dämmerung. Roland Krieg arbeitete sich kontinuierlich bis zu den letzten Motiven vor, als es plötzlich nach verschmortem Plastik roch. Kurzzeitig schnellte bei allen Beteiligten merklich der Puls in die Höhe. Marie-Luise Schebesta hielt den Atem an, als klar war, dass die Lichttechnik streikte. Schließlich fehlten noch zwei entscheidende Aufnahmen. Was für eine schöne Bescherung, dachte ich. Doch der erfahrende Fotograf hatte die Situation fest im Griff. In seinem Kofferraum befand sich zum Glück noch ein Ersatzgerät, sodass wir mit unserer Arbeit fortfahren konnten.

Die Fotos können von Marie-Luise Schebesta und Roland Krieg direkt vor Ort beurteilt werden.

Es ist komplett dunkel, als wir uns wieder ans Aufräumen machten. Die Temperatur ist noch einmal gefallen, sodass es jedem sichtlich schwerer fiel, die gemütliche Stube zu verlassen. Doch alle mobilisierten noch einmal ihre ganzen Kräfte und so füllten sich die Autos mit Kisten, Sträuchern und Foto-Equipment in Rekordzeit. Eine Abschiedsumarmung später, fiel ich erleichtert und müde in den Autositz. Im Wageninneren duftete es nach Tannengrün, während die Scheinwerfer sich im Schnee den Weg zur Hauptstraße suchten. Zufrieden ließ ich den Tag im Geiste noch einmal Revue passieren. Es gab Überraschungen, Staunen sowie viel Herzlichkeit und Freude. Wie es sich für eine richtige Weihnachtsgeschichte gehört. In diesem Sinn: Frohes Fest!

 

 

 

Adresse:

Vogt auf Mühlstein

Mühlstein 1, 77787 Nordrach

Tele: 07838/9 55 94 10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ein Kommentar zu “Weihnachtszauber: Fotoproduktion beim Vogt auf Mühlstein

  1. Liebe Anne,

    kehre unbedingt noch einmal im Frühjahr oder Sommer zurück! Die phänomenale Einkehr lässt sich gut mit dem „Hahn-und-Henne“-Wanderweg kombinieren und der Kuchen ist einfach großartig!

    Viele Grüße von deiner WG-Kollegin Eva

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