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Flieder, Holler und Holunder: Die Namen für die dunklen Beeren sind vielfältig. Und genauso abwechslungsreich sind ihre Anwendungsmöglichkeiten. Zu Saft, Sirup oder Bonbons verarbeitet schmecken Holunderbeeren köstlich, und obendrein sind sie gesund

Sobald sie tiefrot und glänzend sind, können die kleinen Holunderbeeren geerntet werden – je nach Standort ab August, bis in den Herbst hinein. Beim Abschneiden der Dolden solltet ihr jedoch besonders vorsichtig sein und am besten ältere Kleidung tragen, denn die Beeren färben stark.

Zu verlockenden sehen die dunklen Früchte aus, aber von rohen Beeren solltet ihr dennoch nicht naschen. Sie enthalten ein Pflanzengift, das Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen kann. Beim Erhitzen wird dieser Stoff zerstört und ihr könnt den süßlich, herben Geschmack der Beeren genießen – z.B. als Bonbons, Sirup oder Saft.

Doch nicht nur köstlich, auch gesundheitsfördernd sind Hollerbeeren sowie Blätter und Rinde der Pflanze. Bereits im Mittelalter entwickelte sich der Fliederbeerbusch zum „Apothekerstrauch“. Aus Blüten, Blättern und Rinde entstanden Aufgüsse, Tinkturen, Cremes und Gurgelwasser. Kompott, Mus oder Saft verabreichte man zur Linderung von Leberentzündung, Magenleiden sowie von Ischias und Neuralgien. Im Vordergrund stand jedoch schon damals die heute wissenschaftlich anerkannte Anwendung der Blüten und Beeren bei Erkältungskrankheiten.

 

Holunderbeersaft

Holunderbeersaft, Holundersaft, Foto: MLK/ Michael Gregonowits

r 6 Flaschen (à ca. 500 ml)
4 kg Holunderbeerdolden (nur Dolden verwenden, deren Früchte alle reif sind; schwarze Beeren an rotvioletten Fruchtstielen)
200 g Zucker

Die Dolden gründlich abbrausen, falls noch Schmutz, Staub oder Insekten vorhanden sind, auch mehrmals. Die Beeren mit einer Gabel von den Dolden streifen. Anschließend die Beeren mit 1 l Wasser in einen Topf geben.
Die Mischung aufkochen und gut 20 Minuten leise köcheln lassen, dabei ständig umrühren. Die Beeren werden dann breiig, der erste Saft tritt aus.
Anschließend die Mischung passieren, z.B. mit der Flotten Lotte. Dann die übrige Masse durch ein Tuch drücken und den Saft auffangen. Den Zucker hinzugeben und den Saft noch einmal erhitzen.
Den Saft in sterilisierte Flaschen füllen. Der Saft sollte bei der Abfüllung ca. 80 Grad heiß sein. Die Flaschen sofort verschließen und kühl stellen. So gelagert hält der Saft mehrere Monate.

Achtung: Holundersaft färbt stark. Hände, Kleidung und Küchenarbeitsfläche schützen! Gegebenenfalls Einmalhandschuhe tragen.

Holunderbeersaft ist eines der wirkungsvollsten Naturheilmittel gegen Erkältung und Grippe. Die harn- und schweißtreibende Wirkung schwemmt Schadstoffe aus dem Körper. Zur Vorbeugung und Stärkung trinkt man täglich 1–2 kleine Gläser. Da der Saft Entzündungen hemmt, wird er auch bei Blasenentzündung oder Nierenleiden eingesetzt.

 

Welche Mythen sich teils bis heute um den Holunder ranken, welche tollen Anwendungen ihr aus Beeren, Blättern und Rinde herstellen könnt und nützliche Informationen von Heilkräuter-Experte Rudi Beiser findet ihr in der aktuellen Ausgabe von „mein schönes Land – Grüne Apotheke“.

mein schönes Land – Grüne Apotheke


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