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Seit ein paar Wochen blühen in der Natur und in den Gärten die Johanniskräuter (Hypericum). An sonnigen, trockenen, nicht zu nährstoffreichen Wegrainen und Böschungen. Manchmal könnt ihr das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) sogar in den Fugen größerer Pflasterflächen antreffen. Ihre kleinen leuchtend gelben Blüten die in sogenannten Trugdolden zusammenstehen, werden von Hummeln, Bienen und Schmetterlingen besucht. Ihre zahlreichen Samen werden vom Wind verbreitet oder auch von Ameisen verschleppt – so muss man sich nicht wundern, wenn die Staude plötzlich im Garten auftaucht. Die heimische Wildpflanze kommt schon seit Jahrhunderten in der Heilkunde zum Einsatz. Doch es gibt auch reine Zierarten unter den Johanniskräutern. Das bekannteste ist das wintergrüne, großblütige Teppich-Johanniskraut (Hypericum calycinum), das ausgesprochen pflegeleicht ist.

Gelb blühendes Echtes Johanniskraut

Das Echte Johanniskraut öffent ab Juni seine zahlreichen, gelben Blüten. Die Wildstaude ist eine geschätzte Heilpflanze.

Wenn ihr das 30 bis 70 Zentimeter hohe Echte Johanniskraut genauer anschaut, findet ihr auf seinen ovalen Blättern winzige Punkte. Diesen verdankt die Staude auch Namen wie „Tüpfel-Johanneskraut“ oder „Tüpfel-Hartheu“. Bei den Pünktchen handelt es sich um Drüsen, die ätherische Öle enthalten. Zerreibt man die Blütenknospen zwischen den Fingern, tritt rötlicher Pflanzensaft aus, der im Volksmund „Blut des Heiligen Johannes“ heißt. Für den Rotton ist das Hypercerin verantwortlich, das, zusammen mit dem ebenfalls in der Pflanze enthaltene Hyperforin, in der Medizin von Bedeutung ist. Das Heilkraut gilt als stimmungsaufhellend, beispielsweise in der dunklen Jahreszeit. Dann kann man einen Tee aus getrocknetem Johanniskraut zubereiten. Aus dem gelb blühenden Kraut könnt ihr auch ein Öl zubereiten, dass beispielsweise als Heilmittel bei kleinen Verletzungen verwendet wird. Außerdem kann es Schmerzen bei Hexenschuss, Rheuma und Gicht lindern.
Für die Herstellung dieses „Rotöls“ füllt man Knospen, Blüten und die noch unreifen Früchte locker in ein sauberes Glas und überschüttet sie mit Olivenöl. Das Ganze lässt man nun auf der sonnigen Fensterbank ziehen, wobei die Öffnung des Glases beispielsweise mit einem Stück Gaze abgedeckt wird. Dann wird das Glas fest verschlossen und weitere fünf Wochen auf die Fensterbank gestellt. Danach siebt man die Pflanzenbestandteile ab und bewahrt das fertige Öl dunkel und kühl auf. Wichtig zu wissen ist, dass der Wirkstoffgehalt in den Pflanzen und damit auch im Tee oder Öl, natürlichen Schwankungen unterliegt. Wer eine verlässliche, gleichbleibende Dosierung wünscht, sollte auf Johanniskraut-Präparate aus der Apotheke zurückgreifen. Verschweigen sollte man auch nicht mögliche Nebenwirkungen, vor allem die Photosensibilisierung. Das bedeutet, die Haut wird ausgesprochen lichtempfindlich. Daher sollte man intensive Sonnenbestrahlung vermeiden.

Wenn ihr die Pflanze für eure Hausapotheke ernten möchtet, ist es wichtig, dieses nicht mit den anderen Johanniskräutern zu verwechseln, denn sie enthalten keine medizinisch relevanten Wirkstoffe. Dennoch sind diese Arten eine Bereicherung für den Garten. Das Teppich-Johanniskraut (Hypericum calycium) zählt zu den Gehölzen und wird etwa 30 Zentimeter hoch. Es zeichnet sich durch große, goldgelbe Schalenblüten aus, aus denen die ebenfalls gelben, langen Staubgefäße herausragen. Die Blütezeit umfasst die Monate Juli bis September. Da sich die Pflanze über Ausläufer ausbreitet, ist sie ein guter Bodendecker für pflegeleichte, sonnige Beete oder Böschungen. In strengen Wintern kann das Johanniskraut zurückfrieren, nach einem Rückschnitt im zeitigen Frühjahr treibt es aber problemlos wieder aus.

Blüte des Teppich-Johanneskrautes

Das großblütige Teppich-Johanniskraut ist ein pflegeleichter Bodendecker. Foto: Alexandra Ichters/MSG

Eine weitere dekorative Art ist das Mannsblut (Hypericum androsaeum), ein bis ein Meter hoher, Strauch, der wie alle gerne sonnig steht. Jedoch sollte der Boden nicht zu trocken sein. Seine gelben Blüten, die sich von Juni bis August öffnen, sind weit kleiner als die des Teppich-Johanniskrauts. Deswegen wird es vor allem wegen des ansprechenden Fruchtschmucks gepflanzt: Die fleischigen Beeren, die sich nach der Blüte entwickeln, sind zunächst auffällig rot gefärbt und jeweils von den fünf grünen Kelchblättern eingefasst. Die reifen Früchte sind dann glänzend schwarz.

Rote Früchte des Mannbluts

Die dekorativen Früchte des Mannsblutes sind zunächst rot, später schwarz gefärbt. Foto: Alexandra Ichters/MSG

Der Beitrag wurde verfasst von Susann Hayn aus der Redaktion Mein schöner Landgarten.


 

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