Besucht uns auch auf…

Unser Essen sollte nicht nur schmecken, sondern auch dem Körper gut tun. Deswegen hat die bekannte Spitzenköchin Su Vössing gemeinsam mit der Ökotrophologin Bettina Snowdon ein Ernährungskonzept mit leckeren Gerichten entwickelt, die bei den unterschiedlichsten Beschwerden helfen. Im Interview beantwortet Su uns die wichtigsten Fragen rund ums Buch und ein Rezept hat sie natürlich auch für euch.

Liebe Su, dein Buch beginnt mit dem Satz „Wer kochen kann, kann heilen“. Wie ist das zu verstehen?
Wenn ich kochen kann, liegt es ganz bei mir, für welche Lebensmittel und Gerichte ich mich entscheide. Ich weiß, was drin steckt, welche Vitalität und Kraft in frischen, regionalen Produkten und gut zubereitenden Speisen steckt. Ich übernehme die Verantwortung für mich und verlasse mich nicht auf andere. Frische und Abwechslung macht nicht nur gute Laune, sondern stärkt auch unser Wohlbefinden. Also, ran an den Herd…

Wie hast du entdeckt, dass Kochen die beste Medizin ist?
Wir alle hatten schon mal Sodbrennen, Probleme mit der Verdauung, Erschöpfungszustände, Muskelkrämpfe und wir Frauen ab einem gewissen Alter auch mit den Wechseljahren. Ich habe mit einfachen Rezepten angefangen auf das eine oder andere Wehwehchen zu reagieren und das war jedes Mal eine große Überraschung, wie schnell sich mein Körper damit zurecht gefunden hat und sich richtig gut fühlte. Für Freunde und die Familie schreibe ich schon seit vielen Jahren für unterschiedliche Beschwerdebilder Ernährungspläne und Rezepte. Die wurden im Familienkreis herumgereicht, durchgängig geprüft und für gut befunden.

Wie gehe ich vor, wenn ich durch Lebensmittel gesund werden möchte?
Die Produkte die man kauft, sollten frisch sein und in die Saison passen. Gut ist es auch, immer einen regionalen Bezug zu haben. Abwechslungsreich und bunt kochen und essen: Das Ampel System Rot, Grün, Gelb ist einfach zu verstehen und umzusetzen. Dann sollte ich auch wissen, welche Lebensmittel mir gut tun und welche ich weg lassen sollte. In unserem Buch findet man viele Anregungen und Platz für Kreativität.

Viele Menschen fürchten nach einer Diagnose wie z.B. Diabetes, dass sie für immer auf Genuss verzichten müssen. Was sagst du dazu?
Meiner Meinung nach gibt es keinen Verzicht, nur eine Umstellung, wieder auf seinen Körper zu hören – mit einfachen Rezepten, Gerichten die ansprechend und umsetzbar sind. Die Lust machen auf mehr und dem Körper Zeit geben, sich zu erholen.

Legst du Wert auf Lebensmittel aus der Region?
Es ist immer schön regionale Lebensmittel einzukaufen, manchmal kennt man sogar den Bauern, dann macht es doppelt Spaß. Und mir ist es gleich, ob die Gurke krumm oder gerade ist. Aber sie sollte vital sein … eben ein „Lebensmittel“.

Wie wohnst du und was schätzt du am Landleben?
Ich wohne in einem alten Haus mit viel Charakter und Geschichte, zwischen Natur und Kleinstadtfeeling. Am Landleben schätze ich die Ruhe, die Luft, die Einfachheit in ihrer Vollkommenheit.

Welches Rezept möchtest du unseren Lesern vorstellen?
Eier-Spaghetti mit Bohnen-Kartoffeln – das ist nicht nur etwas für Feinschmecker, sondern auch für Menschen, die der Bluthochdruck plagt.

 

Eier-Spaghetti

Eier-Spaghetti mit Bohnen-Kartoffeln

 

Zutaten (für 2 Personen)

  • 100 g festkochende Kartoffeln, geschält und gewürfelt
  • Salz
  • 100 g grüne Bohnen, die Enden abgeschnitten, Bohnen gewaschen und in Stücke geschnitten (alternativ tiefgekühlt)
  • 40 g getrocknete Tomaten (trocken, nicht aus dem Öl), in Streifen geschnitten
  • 100 g Spaghetti mit Ei
  • 1-2 EL Olivenöl
  • 1-2 Knoblauchzehen, geschält und gehackt
  • 6 Salbeiblätter, gewaschen und in Streifen geschnitten
  • Pfeffer

 

So geht´s

  • Die Kartoffelwürfel in Salzwasser aufsetzen, aufkochen und – je nach Kartoffelsorte – 4-5 Minuten garen, bis sie halb durch sind. Dann Bohnen und Tomaten zugeben. Erneut aufkochen und weitere 4 Minuten köcheln lassen. Am Ende sollen die Bohnen und die Kartoffeln gar sein, aber noch ein wenig Biss haben. Abgießen und abtropfen lassen.
  • Spaghetti nach Packungsangabe in Salzwasser kochen und auf einem Sieb abgießen.
  • In einem Topf Knoblauch und Salbei mit Salz und Pfeffer in Olivenöl anrösten. Nudeln und Gemüse zugeben, behutsam vermischen und mit einem guten Schuss Wasser ablöschen.
  • Die Gemüsenudeln auf vorgewärmten tiefen Tellern anrichten.

 

Es hilft bei …

  • Bluthochdruck
  • Muskelkrämpfe
  • Arthrose (ohne getrocknete Tomaten)
  • Erschöpfung
  • Gicht
  • Laktose-Intoleranz
  • Wechseljahresbeschwerden

 

Meiden sollte man es bei …

  • Darmträgheit, Verstopfung
  • Diabetes Typ 2
  • Gluten-Unverträglichkeit
  • Hoher Cholesterinspiegel (geeignet für Nicht-Cholesterinsensitive)
  • Reizdarm
  • Sodbrennen

 

Buch-Tipp: „Kochen ist die beste Medizin“SuVoessing

„Rundum gesund mit leckeren Rezepten“ – so lautet das Motto des liebevoll gestalteten Kochbuchs. Hilfreiche Gesundheitstipps für sämtliche Lebenslagen ergänzen die vielseitigen Rezepte. Für alle, die nicht nur gerne essen, sondern auch bewusst leben möchten.

Su Vössing, Bettina Snowdon
Becker Joest Volk Verlag
304 Seiten, Farbfotos
gebunden, 29,95 €
Maße: 28,4 x 22,8 x 2,6 cm

 

Fotos: BuiVössing (Haus), Justyna Krzyzanowska (Porträts), Hubertus Schüler (Rezept-Bild)


Nadja Juckel


Ein Kommentar zu “„Kochen ist die beste Medizin“

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