Besucht uns auch auf…

Schnee hat in diesen Tagen in vielen Regionen die Gärten in eine weiße Märchenlandschaft verwandelt. So können wir uns guten Gewissens zurücklehnen und das Nichtstun genießen. Die Kälte verschafft uns aber nicht nur eine Verschnaufpause, sondern hat auch erheblichen Einfluss auf das Gedeihen unserer Pflanzen. Denn einige Arten sind sogenannten Kaltkeimer, das heißt, erst nach einer Phase winterlicher Temperaturen beginnen ihre Samen im Frühjahr zu sprießen. Um die Keimruhe aufzuheben, benötigen sie in der Regel jedoch keinen starken, lang anhaltenden Frost. Abhängig von der jeweiligen Art genügt eine vier- bis achtwöchige Periode mit Temperaturen zwischen null und fünf Grad. Fällt ein Winter zu mild aus, kann es also passieren, dass im Frühjahr keine Sämlinge sprießen und die Samen stattdessen ein weiteres Jahr in der Erde ruhen.

Samen des Bärlauchs, ausgeschüttet in eine Hand

Bärlauch (Allium ursinum) zählt wie viel Frühlingsblüher zu den Kaltkeimern.

Viele Frühjahrsblüher zählen zu den Kaltkeimern, wie Bärlauch, Wiesen-Primel, Wald-Schlüsselblume, Duft-Veilchen, Schachbrettblume und Buschwindröschen. Auch die Samen von Pfingstrose, Christrose und Alpenveilchen benötigen eine ausreichende Kältephase. Für alle Gärtner, die solche Pflanzen aussäen möchten, ist dies wichtig zu wissen. Denn wer im kommenden Frühling versucht, Veilchen auf der Fensterbank oder im warmen Gewächshaus vorzuziehen, wird wenig Erfolg haben. Wenn ihr dennoch diese Saison Pflanzen heranziehen möchtet, könnt ihr die Samen zuvor in einer Kunststofftüte mit etwas feuchtem Sand vermischen und zwei bis drei Wochen im Kühlschrank lagern. Dann wird das Gemisch direkt im Beet in Saatrillen gleichmäßig verteilt.

Gelbe Blüten der Wiesen-Primel

Die Vermehrung der Wiesen-Primel (Primula veris) gelingt nur, wenn die Samen über mehrere Wochen niedriegen Temperaturen ausgesetzt werden.

Noch einfacher ist es jedoch, mit der Aussaat bis zum Herbst zu warten. Entweder sät ihr gleich an Ort und Stelle aus oder ihr füllt dafür Aussaatschalen mit nährstoffrarmer Erde, in die ihr die Samen legt. Die Schalen kommen dann an einen schattigen Platz im Garten. Achtet darauf, dass die Erde den ganzen Winter ausreichend feucht, aber nicht zu nass ist. Im Frühjahr, wenn die Sämlinge sprießen, werden sie je nachdem, wie dicht sie in der Saatschale stehen, zunächst pikiert und später in größere Töpfe gesetzt. Haben sie sich dann zu kräftigen Pflanzen entwickelt, kommen sie am vorgesehen Platz im Garten in die Erde.

Die Beitrag wurde erstellt von Susann Hayn aus der Redaktion Mein schöner Landgarten.


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