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Inmitten der idyllischen Berglandschaft der Ammergauer Alpen liegt das Kloster Ettal – es ist der Startpunkt für eine Wanderung, die nicht nur die Sinne, sondern auch die Beinmuskulatur beeindruckt.Michaela Seide Kloster Ettal

Michaela Seide Ettal WandernAuf Stippvisite in meiner alten Heimat München. Das Wetter ist fantastisch und was tut man, wenn einen die Sonnenstrahlen nach draußen locken und man die Alpen praktisch vor der Haustür hat? Na klar! Wandern. Till, ein Freund von mir, schlägt vor, eine Tour rund um die Gemeinde Ettal zu machen. Also schnüren er, seine Verlobte Isabell und ich die Wanderschuhe, packen Proviant ein und machen uns auf den Weg in die Ammergauer Alpen. Bis zum Kloster Ettal – unserem Ausgangspunkt – sind es von München aus rund 90 Kilometer. Die Kirche „St. Mariä Himmelfahrt“ der Kloster-Anlage allein ist schon einen Ausflug wert. Das Innere des gotischen Baus ist reich verziert mit Statuen, Ornamenten und Gemälden. Der Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – ist das imposante Kuppelfresko vom österreichischen Maler Johann Jakob Zeiller aus dem Jahre 1748. Zu der Benediktinerabtei gehören unter anderem auch eine Brauerei, eine Destillerie und auch ein Gymnasium mit angeschlossenem Internat.

Michaela Seide Ettal Wandern FarnVon dem Kloster Ettal wollen wir zur Bergbahn auf dem Laber. Laut Wegweiser werden wir 2,5 Sunden unterwegs sein. Anfangs führt der Weg an saftig grünen Wiesen vorbei – ein reich gedeckter Tisch für die Kuhherde an der wir vorbei wandern. Für uns Wandersleute haben die Wiederkäuer nur einen Seitenblick übrig, dann wenden sie sich wieder genüsslich ihrem Festmahl zu. Der Weg wird schnell steiler und führt uns bald in einen Wald – hier haben wir wenigstens etwas Schatten, während unsere Beinmuskeln richtig gefordert werden. Wir gönnen uns den einen oder anderen Zwischenstopp, um kleine Naturkunstwerke am Wegesrand zu bestaunen und natürlich um etwas durchzuschnaufen.

Michaela Seide Ettal WandernImmer wieder zeigt sich in der Wand aus Bäumen eine Lücke und gibt einen tollen Blick auf die umliegenden Ortschaften frei. Je höher wir uns kämpfen, desto eindrucksvoller sind die Bilder, die sich uns bieten. Diese genießen wir im Entengang, denn der Weg ist schmal. Teilweise haben Baumwurzeln natürliche Stufen geformt, andere wurden mit Holzbrettern von Menschenhand gemacht. Als ich mich frage, wie viele dieser Stufen meine Oberschenkel noch aushalten, erreichen wir den Gipfel.

Eine bergige Alpen-Landschaft mit Tannenwäldern liegt uns zu Füßen. Über uns spannt sich der Himmel wie ein riesiges hellblaues Zelt, geschmückt mit ein paar Schäfchenwolken, die gemächlich ihre Bahnen ziehen. Hier könnte ich stundenlang stehen und einfach nur die Aussicht genießen. Ich komme noch nicht einmal dazu, diesen Gedanken auszusprechen, da erschallt hinter mir der hektische Ruf von Till: „Die letzte Gondel fährt in fünf Minuten.“ Isabell und ich nehmen die müden Beine in die Hand. Wir sind nicht besonders erpicht darauf, den Weg noch einmal runter zu laufen. Von der Talstation nehmen wir uns ein Taxi, das uns wieder zum Kloster Ettal bringt. Direkt daneben liegt das Klosterhotel „Ludwig der Bayer“ (er hat das Kloster 1330 gegründet). Hier gönne ich mir auf der Terrasse einen Kaiserschmarrn und genieße die Nachmittagssonne – ein perfekter Tag.

Michaela Seide Ettal Wandern Alpen

Fotos: Michaela Seide


Michaela Seide


4 Kommentare zu “Mein schönes Land wandert: Ettal – ein Wanderidyll

  1. Liebe Kerstin,

    vielen Dank für das Lob. Ich wünsche dir noch viel Freude mit unserem Blog.

    Herzliche Grüße
    Michaela

  2. Herzlichen Dank fuer diesen Bericht ueber Ettal. Meine Eltern arbeiteten 1948/49 im Kloster Ettal und haben sich dort ineinander verliebt. Mein Vater stammte aus Schwaben und meine Mutter aus Unterfranken. Ich habe schoene Erinnerungen an Ettal, das ich als Kind mit meinen Eltern besuchte.

  3. Liebe Anne Grayson,
    vielen Dank für Ihr Kommentar. Ich freue mich, dass Ihnen der Beitrag gefallen hat – besonders weil Sie ganz persönliche Erinnerungen mit dem Kloster Ettal verbinden. Vielen Dank, dass Sie diese mit uns geteilt haben.
    Herzliche Grüße
    Michaela

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