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Im Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten trafen 34 Leser und Mitglieder der Redaktion von Mein schönes Land die Skilegende Georg Thoma.

Georg Thoma im Skimuseum im Schwarzwald

Im „Jubiläumswinter“ (125 Jahre Skisport im Schwarzwald) erfreut sich das Museum ganz besonderer Beliebtheit

Wenn Georg Thoma von seinem Leben erzählt, klingt es manchmal, als könne er selbst nicht so recht glauben, was ihm widerfahren ist: „Dann haben sie mich auf’s oberste Podest gestellt. Und von diesem Moment an war der Georg nicht mehr der Georg“, erinnert sich der heute 78-Jährige an das Jahr 1960 und den Tag seines Olympiasiegs in der Nordischen Kombination im amerikanischen Squaw Valley. Es ist seine Bodenständigkeit, die ihn über das eigene Leben staunen lässt – vom Schwarzwälder Hirtenbub zum internationalen Sportstar, Olympiasieger und Weltmeister.

Georg Thoma in der Georg-Thoma-Stube

Teil des Museums ist die Georg-Thoma-Stube, wo der Olympiasieger unseren Lesern aus seinem ereignisreichen Leben erzählte

Dieses Staunen macht ihn aber gleichzeitig zu einem wunderbaren Erzähler. Am vergangenen Samstag kamen 42 „Mein schönes Land“-Leser ins Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten, um den Olympiasieger in seinem Heimatort kennenzulernen und seinen Geschichten zu lauschen. Ein bisschen mussten sie zusammenrücken in der urigen, holzvertäfelten Georg-Thoma-Stube des Museums. „Alles in diesem Raum hat mit mir zu tun“, begrüßte sie der Namensgeber – Fotos, Urkunden, Pokale, Medaillen und Startnummern. Seine letzte große Ehrung lag am Samstag erst zwei Tage zurück. In Freiburg hatte ihm Verleger Dr. Hubert Burda den „Ehrenpreis Friedrich I. Großherzog von Baden“ verliehen – für seine Verdienste als Sportler und Botschafter des Schwarzwalds. Georg Thoma selbst steuerte vor dem kleinen Publikum in „seiner“ Stube reichlich Erinnerungen bei. Etwa, wie er als junger Hirtenbub im Sommer barfuß durch die Berge lief und sich die Füße bisweilen in frischem Kuhmist wärmte. Oder wie das Paket mit der Ausrüstung für die Olympischen Spiele eintraf, und er die ersten elastischen Rennanzüge bestaunte. Oder wie er im Anschluss an seine Erfolge bei den Holmenkollen-Rennen in Norwegen gleich mehrmals vor dem König des Landes stand und sich mit ihm angeregt über die Landwirtschaft im Hochschwarzwald austauschte (der Monarch war Experte für Höhenlandwirtschaft). „Ich weiß genau, von was ich schwätz“, versichert er seinen Zuhörern, die ihm begeistert an den Lippen hingen.

Alfred Faller

Zeitgleich führte Alfred Faller die zweite Leser-Gruppe durch das Museum. Anschließend nahm sie in der Georg-Thoma-Stube Platz

Auch Alfred Faller weiß, wovon er spricht, als Leiter des Skimuseums ist er Fachmann für die regionale Sporthistorie. Während ein Teil der Leser-Gruppe in der Georg-Thoma-Stube saß, präsentierte er dem anderen Teil das Museum. Anschließend tauschten die beiden Gastgeber ihre Gruppen. Faller führte durch 125 Jahre Schwarzwälder Skigeschichte, währenddessen rückten die Leser abermals zusammen, auch die Ausstellungsstuben im mehr als 300 Jahre alten Hugenhof sind gemütlich. Von Bildern vom ersten Skifahrer auf dem Feldberg über die frühe Skiproduktion in der Region bis hin zu historischer Wintermode und Original-Ausrüstung der letzten weltberühmten „Schwarzwald-Adler“, Martin Schmitt und Sven Hannawald, reichen darin die Exponate. Mancher Gast erinnerte sich dabei gern an die eigenen Anfänge auf zwei Skiern.

Zum Abschluss wurde eine Schwarzwälder-Kirschtorte vom Hinterzartener Konditor serviert

Zum Abschluss wurde eine Schwarzwälder-Kirschtorte vom Hinterzartener Konditor serviert

Schließlich spendierte das Museum noch Schwarzwälder-Kirschtorten, dazu gab es Kaffee und Gelegenheit, das soeben Erlebte zu vertiefen. Alfred Faller und auch Georg Thoma mischten sich abermals unter ihre Gäste, erzählten und der Olympiasieger schrieb sogar ein paar Autogramme. Es spricht für seine Bescheidenheit, dass man ihm die dazugehörigen Karten erstmal an der Museumskasse besorgen musste. Er selbst hatte natürlich keine dabei. Warum auch?

In der Januar-Februar-Ausgabe von Mein schönes Land hatten wir über den „Jubiläumswinter“ im Schwarzwald berichtet – und unsere Leser zu dem Treffen mit Georg Thoma im Museum eingeladen. Das Interview mit Georg Thoma könnt ihr hier nachlesen.

Fotos: MSL/Florian Wachsmann; Hubert Burda Media/Verena Bücher


Florian Wachsmann


Ein Kommentar zu “Ein Nachmittag mit dem Olympiasieger

  1. Danke für den schönen Nachmittag.Dank auch an alle die dazu beigtragen haben.Wir werden das Museum im Sommer nochmals besuchen.Liebe Grüsse von der Leserin Monika Jörger. Macht weiter so mit dieser Zeitschrift.

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