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Was wären unsere Gärten ohne Stauden und Sommerblumen, die vom Frühling bis in den Herbst die Beete schmücken. Auch in Bauerngärten, die traditionell zunächst der Versorgung mit Gemüse, Obst, Würzkräutern und Heilpflanzen diente, gab es schon immer auch Arten, die allein wegen ihrer Schönheit gesetzt wurden. Sehr beliebt waren bei den Bäuerinnen solche Pflanzen, die robust und zugleich hübsch anzusehen waren. Lassen sie sich zudem wie die Ringelblume auch noch als Heilpflanze verwenden, war ihnen ein Platz im Beet sicher.

Großes Sommerblumenbeet mit pinkfarbenem Schmuckkörbchen (Cosmos) und violettem Zier-Salbei (Salvia) in einem ländlichen GartentDie Blütenpflanzen wuchsen eingestreut zwischen dem Gemüse oder wurden als bunte Beeteinfassung gesetzt, andere fanden Platz in separaten Rabatten, beispielsweise entlang des Zauns. Während manche dieser Pflanzen wie die Pfingstrose bereits seit Jahrhunderten in den Gärten gedeihen, sind andere Arten noch verhältnismäßig junge Errungenschaften. Dazu zählt beispielsweise das Tränende Herz, das erst ab dem 19. Jahrhundert bei uns kultiviert wird. Doch alle diese Pflanzen sind untrennbar mit unserer Vorstellung von einem blütenreichen bäuerlichen Garten verbunden. Nachfolgend stellen wir zehn klassische Bauerngartenpflanzen vor, die jedem Beet das gewünschte ländliche Flair geben.

 

Porträtausnahme vom Tränendem Herz, einer langlebigen im Frühling blühenden Staude

1. Tränendes Herz

Die kleinen herzförmigen Blüten in Rosa und Weiß, die sich ab Mai an den leicht überhängenden Trieben aufreihen, sind Nostalgie pur! Das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis; veraltet: Dicentra spectabilis), stammt ursprünglich aus Asien und verbreitete sich erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in unseren Gärten. Die langlebige Staude, die sich mit dem Alter zu einem mächtigen Horst entwickelt, bevorzugt als einstige Laubwaldpflanze lichten Schatten und frische, humose Böden. Steht die Staude im sonnigen Beet, vergilben ihre dekorativen Blätter nach der Blüte recht schnell. Für eine stimmungsvolle Frühlingskombination können Lungenkraut (Pulmonaria), Akeleien (Aquilegia) und Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera) das Tränende Herz begleiten.

Porträtfotos einer rosa blühenden Pfingstrose

2. Pfingstrosen

Im Mai öffnen die Pfingstrosen (Paeonia) ihre traumhaft schönen Blüten. Sie können je nach Sorte einfach oder dicht gefüllt sein. Neben weißen und roten Exemplaren sind vor allem Sorten mit romantischen Rosatönen beliebt. Bei diesen Pflanzen handelt es sich meistens um sogenannte Hybride, die durch die Kreuzung verschiedener Pfingstrosen-Arten mit der ostasiatischen Edel-Pfingstrose (Paeonia lactiflora) entstanden sind. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts eroberten sie unsere Gärten. Doch bereits seit dem hohen Mittelalter schmückte die Echte Pfingstrose (Paeonia officinalis) die Beete. Die aus dem Mittelmeerraum stammende Staude wurde zunächst vor allem als Heilpflanze gezogen, zum Beispiel für die Behandlung von Hauterkrankungen. Einen wissenschaftlichen Beleg für ihre Wirksamkeit gibt es aber nicht. Da sich die Staude auf dem Land zunehmender Beleibtheit erfreute, ist sie bis heute auch unter dem Namen Bauern-Pfingstrose bekannt. In Gärtnereien werden heute verschiedene Sorten mit großen, dicht gefüllten Blüten in Weiß, Rosa und Rot angeboten. Da diese Blütenköpfe sehr schwer sind, benötigen die Pflanzen meistens eine Stütze. Die Pflanzen lieben einen tiefgründigen, durchlässigen und nährstoffreichen Boden. Wichtig zu beachten ist, dass man die langlebigen Stauden so selten wie möglich verpflanzt. Eine schöne Kombination im sonnigen Beet sind Pfingstrosen, Pracht-Storchschnabel (Geranium x magnificum) und Zierlauch (Allium).

Porträtaufnahem vom Weichen Frauenmantel kurz vor der Blüte

3. Frauenmantel

Ein unkomplizierter Bodendecker mit weichen, behaarten Blättern ist der Frauenmantel (Alchemilla). In unseren Gärten ist vor allem der Weiche Frauenmantel (Alchemilla mollis, siehe Foto) verbreitet. Wer Frauenmantel auch als Heilpflanze kultivieren möchte, wählt den Gewöhnlichen Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora; veraltet: A. vulgaris). Wie der deutsche Namen bereits vermuten lässt, werden seine Blätter bei verschiedenen „Frauenleiden“ unter anderem als Tee zubereitet. Beide Frauenmantel-Arten bevorzugen einen sonnigen Standort, der Gewöhnliche Frauenmantel bevorzug zudem einen feuchten Boden, während sich die andere Art mit frischem Boden zufrieden gibt. Beide Arten bringen im Juni gelbe Blütendolden hervor. Vor allem der Weiche Frauenmantel kann sich durch Selbstaussaat stark ausbreiten. Wer das nicht möchte, schneidet die Blütenstände rechtzeitig zurück. Wenn nach der Blüte auch die Blätter nicht mehr attraktiv aussehen, schneidet man diese ebenfalls komplett ab. Die Staude treibt dann schnell wieder aus. Frauenmantel kann man gut mit zahlreichen Stauden kombinieren. Er begleitet Rittersporn genauso gut wie Lupinen und Rosen oder bedeckt, beispielsweise zusammen mit Storchschnabel, größere Beetflächen.

Frühsommerliches Beet mit weiß blühenden Lupinen und rotem Mohn und lilafarbenen Storchschnabel

4. Lupinen

Die kräftigen, bis ein Meter hohen Blütenkerzen der Lupinen ragen im Mai oder Juni aus ihrem gefiederten Laub empor. Dank vieler verschiedener Sorten, die ab Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Kreuzung der Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus) mit anderen ein- und mehrjährigen Lupinenarten entstanden sind, bleiben bei der Blütenfarben eigentlich keine Wünsche offen. Neben den klassischen Tönen wie Weiß, Blau, Violett und Gelb, gibt es auch zweifarbige Exemplare, beispielsweise in Violett und Orange. Die Stauden benötigen nur wenig Pflege. Als Standort lieben sie einen sonnigen Platz im Beet und tiefgründige, durchlässige sowie eher kalkarme Erde. Wenn man die welken Blütenstände direkt zurückschneidet, sodass sie keine Samen ausbilden können, entwickeln sich oftmals neue Triebe, die dann im Hochsommer blühen. Lupinen werden in Staudengärtnereien als vorgezogene Pflanze angeboten. Sie lassen sich jetzt im Frühjahr aber auch gut aus Saatgut selber kultivieren. Am besten sät man sie zunächst in kleinen Töpfen in nährstoffarmer Erde aus und setzt die Jungpflanzen später ins Beet. Dort sollten sie unbedingt vor Schnecken geschützt werden!

Rot blühende Stockrosen am Haus

5. Stockrosen

Die Stockrose (Alcea) ist eine kurzlebige, oft nur zweijährig gedeihende Pflanze. Bei einem sommerlichen Spaziergang durch die Dörfer und entlang der Gärten begrüßen einen die hohen zwischen 1,50 bis 2,20 Meter hohen Blütenstiele mit ihren großen Schalenblüten in Rot, Weiß, Rosa und Gelb oft schon von Weitem, denn gerne werden Stockrose entlang der Zäune oder in schmalen Beeten vor dem Haus gepflanzt. Neben den ungefüllten Sorten, gibt es auch solche mit dicht gefüllten Blüten, die wie gerüscht wirken. Typisch für Stockrosen ist, dass sich die Knospen des Blütenstands nach und nach von unten nach oben öffnen. So zieht sich die Blütezeit ab Juni oder Juli für viele Wochen hin. Leider sind Stockrosen anfällig für Malvenrost, eine Pilzkrankheit. Ein Befall ist unschwer an den rot-braunen Pusteln auf den Blättern zu erkennen. Direkt bei en ersten Anzeichen im Frühjahr entfernt man die erkrankten Blätter, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Das kranke Laub auf keinen Fall in den Kompost geben, sondern im Hausmüll entsorgen! Schneidet man die Blütenschäfte ab, bevor die Samen reifen, kann das die Lebensdauer der Pflanze erhöhen, dass heißt, sie treibt in der nächsten Saison wieder aus.

Gelbe Ringelblume

6. Ringelblumen

Die gelbe bis orangerote Ringelblume (Calendula officinalis) zählt zu den traditionellen Heilpflanzen. Aus ihren Blüten werden entzündungshemmende Salben und Tinkturen bereitet, vor allem zur Behandlung von Hautentzündungen. Ringelblumen-Tee soll Leber- und Gallenbeschwerden lindern Von Juni bis Oktober bringt die einjährige Pflanze an 20 bis 60 Zentimeter hohen Stängeln immer neue Blüten hervor, wenn man Verblühtes regelmäßig entfernt, denn das regt zur Ausbildung neuer Triebe an. Im sonnigen Beet, das nicht zu nährstoffreich, vor allem nicht zu viel Stickstoff enthalten sollte, fühlt sich der Dauerblüher wohl. Gut kann man die Ringelblume zusammen mit anderen Sommerblumen wie Löwenmäulchen (Antirrhinum) und Jungfer im Grünen (Nigella) ins Beet setzen. Die Pflanzen zieht man am besten aus Samen selber an. Am einfachsten ist die Direktsaat im Beet von April bis Juni. Jedoch kann man ersten Ringelblumen bereits im März auf der Fensterbank vorziehen und später auspflanzen. So erhält man besonders früh blühende Exemplare. Möchte man nicht jedes Jahr neues Saatgut kaufen, lässt man die Samenstände von mehreren Pflanzen ausreifen. Die gesammelten Samen lagert man dann kühl, dunkel und trocken bis zum nächsten Frühjahr.

Studentenblumen mit großen gelben, gefüllten Blüten

7. Studentenblumen

Die Studentenblume (Tagetes) die ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika stammt, ist im Bauerngarten nicht nur wegen ihrer gelben bis rotbrauen Blüten beliebt, die sich von Mai bis Oktober bilden. Reihenweise ins Gemüsebeet gepflanzt, wehren die einjährigen Pflanzen auch Wurzelälchen (Nematoden) ab, die beispielsweise Möhren schädigen können. Es gibt verschiedene Tagetes-Arten: Während die 20 bis 30 Zentimeter hohe Schmalblättrige Studentenblume (Tagetes tenuifolia) kleine, einfache Blüten hervorbringt, präsentierten viele Sorten der Gelben Studentenblume (Tagetes patula) und der Aufrechten Studentenblume (Tagets erecta) dicht gefüllte „Blütenbälle“. Die Pflanzen mögen einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem Boden. Leider sind sie stark schneckengefährdet, sodass man sie unbedingt schützen sollte – Tipps für einen biologischen Schneckenschutz gibt es hier. Studentenblumen kann man einfach ab Ende Januar auf der Fensterbank vorziehen. Von Mitte April bis Mitte Mai ist auch noch eine Aussaat direkt im Beet möglich, entsprechend spät erhält man die ersten Blüten. Auf dem Markt oder auch in Gartencentern werden im Frühling aber auch vorgezogene Pflanzen angeboten.

Schmuckkörbchen in Rosa und Weiß

8. Schmuckkörbchen

Eine zierliche Erscheinung ist das Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus). Ihre rosafarbenen und weißen Blüten scheinen im Juli regelrecht über dem feinen gefiederten Laub zu schweben. Besonders schön wirken sie daher, wenn man sie in einer größeren Gruppe pflanzt. Auch Schmetterlinge, Biene und Hummeln freuen sich darüber. Im Mai kann man die einjährige, aus Südamerika stammende Pflanze direkt ins Beet säen. Die Jungpflanzen vereinzelt man später auf einen Abstand von ca. 40 Zentimeter. Möchte man eine möglichst frühe Blüte, zieht man Schmuckkörbchen zwischen März und April auf der Fensterbank vor. Ausgepflanzt werden sie dann Mitte Mai, also nach den Eisheiligen, in ein sonniges Beet mit nährstoffreichem und durchlässigem Boden. Damit die Pflanzen bis zum Oktober immer fleißig neue Knospen ausbilden, entfernt man regelmäßig alles Abgeblühte.

Zinnienmit gefüllten Blüten in unterschiedlichen Rosatönen im Beet

9. Zinnien

Ein weiterer Dauerblüher für den farbenfrohen Bauerngarten ist die Zinnie (Zinnia). Die zahlreichen Sorten der verschiedenen Arten blühen, wenn man sie selbst vorgezogen hat, meistens ab Juli. Doch in Gartencentern sind sie oft schon im Mai blühende Exemplare erhältlich. Besonders beliebt sind die gefüllten Sorten von Zinnia elegans, die es in zahlreichen Farben gibt. Sie werden zwischen 20 und 100 Zentimeter hoch. Wie viele Sommerblumen, die über Monate überaus reich blühen, benötigen Zinnien einen nährstoffreichen Boden, jedoch sollte der Stickstoffgehalt nicht zu hoch sein, denn dieser ist der Blütenbildung eher abträglich. Vor allen an heißen Sommertagen sollte man die Pflanzen mit ausreichend Wasser versorgen. Wer es richtig bunt und üppig leibt, pflanzt verschiedene Zinniensorten zusammen mit Sommerblumen wie Schmuckkörbchen, Spinnenblume (Cleome) und Rauem Sonnenhut (Rudbeckia hirta) ist ein Beet.

orangerot blühende Kapuzinerkresse

10. Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum) gehört zu den Pflanzen, die schön und nützlich zugleich sind: Die Blüten in leuchtenden Gelb-, Rot- und Orangetönen setzen den Sommer über unübersehbare Akzente im Garten. Zugleich können die Blätter der einjährigen Pflanze, aufgrund ihres hohen Gehalts an antibiotisch wirkenden Senfölen, beispielsweise bei Erkältungskrankheiten und Infektionen der Harnwege die Gesundung fördern. Dafür verwendet man die frischen Blätter als Würze von Speisen, vor allem im Salat. Auch die Blüten können gegessen werden. Wer diese Saison noch keine Kapuzinerkresse ausgesät hat, kann dies bis Ende Mai problemlos nachholen, entweder in kleinen Töpfen auf der Fensterbank, ab Mitte Mai dann direkt im Beet. Die großen Saatkörner keimen übrigens schneller, wenn man sie zuvor mehrere Stunden in Wasser legt. Im Garten wünscht sich die Kapuzinerkresse einen sonnigen, warmen Platz mit mäßig nährstoffreichem, Boden. Enthält die Erde zu viel Stickstoff, bildet die Pflanze zwar viele Blätter, aber nur wenige Blüten aus. Die Trieblänge unterscheidet sich je nach Sorte stark. Bei kompakten Sorten werden sie zwischen 25 bis 30 Zentimeter lang, rankende Sorten können bis drei Meter lange Triebe ausbilden. Für sie ist ein Platz an einem Zaun, an dem sie emporwachsen können, ideal.

Der Beitrag wurde erstellt von Susann Hayn von der Redaktion Mein schöner Landgarten.

Fotos: MSG/PatrickHahn, Susann Hayn (3), Alexandra Ichters (3), Bettina Rehm-Wolters, Heike Marquardt, Martin Staffler (2)

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2 Kommentare zu “Pflanzen für den Bauerngarten

  1. Sehr schön haben Sie die Bauerngartenpflanzen vorgestellt,die meisten davon hab ich auch in meinem ländlichen Garten,da ich Stauden so sehr liebe gehören sie für mich einfach dazu.Tagetes und Ringelblumen sind auch im Nutzgarten und das nicht nur zur Zierde sondern auch als Bodenverbesserer.
    LG.Renate

  2. Ich kaute die Zeitschrift schon seit vielen Jahren,es ist immer herrlich darin zu blättern- macht weiter so !!

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