Besucht uns auch auf…

Was gibt es Schöneres, als bei Sonnenschein durch den bunten Herbstwald zu spazieren? Nicht viel. Doch die Aussicht, dabei sogar einen Schatz zu finden, ist noch reizvoller. Gut, dass sich beim „Geocaching“ das eine mit dem anderen verbinden lässt. Das Spiel mit dem GPS-Gerät lockt seit Jahren immer mehr Menschen jeden Alters in die Wälder, über Wiesen, auf die Felder. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für die Umwelt …

Foto: MSL/Nadja Juckel

Geocaching – was ist das überhaupt?

Geocaching funktioniert ähnlich wie eine Schnitzeljagd. Nur dass hier die geografischen Koordinaten der Verstecke vorab im Internet veröffentlicht werden. Mithilfe eines GPS-Empfängers oder genauen Landkarten könnt ihr die einzelnen Hinweise aufspüren und so zum Schatz gelangen. Bei dem Schatz handelt es sich normalerweise um einen wasserdichten Behälter. In ihm sind zum einen verschiedene kleine Tauschgegenstände zu finden, von denen ihr einen mitnehmen dürft – wenn ihr etwas Mitgebrachtes zurück lasst. Zum anderen gehört zu jedem Schatz ein Logbuch, in dem ihr eure Suche dokumentieren könnt.

Seit die moderne Schnitzeljagd vor rund 14 Jahren begann, haben sich viele verschiedene Geocaching-Arten entwickelt. Und inzwischen wird weltweit nach Schätzen gesucht: Insgesamt existieren über 2,5 Millionen aktive Geocaches, rund 320 000 davon sind in Deutschland versteckt. Je schöner die Umgebung eines Schatzes, desto beliebter ist er. Kein Wunder, dass gerade Verstecke in freier Natur häufig aufgesucht werden. Das birgt Vor- und Nachteile: Zum einen findet eine intensivere Auseinandersetzung mit Flora und Fauna statt. Dabei werden die Schatzsucher für das wichtige Thema Umweltschutz sensibilisiert. Zum anderen kann es aber auch passieren, dass durch die immer exzessivere Ausübung des Hobbys die Natur und die Tierwelt Schaden nehmen. Es ist also höchste Zeit für ein paar Tipps, wie man Geocaching ökologisch korrekt gestalten kann. Dann steht der Schatzsuche nichts mehr im Weg!

Rücksicht auf Tier- und Pflanzenwelt

  • Bleibt beim Geocaching auf festen Wegen. Schätze sollten am Wegesrand oder in ihrer unmittelbaren Nähe versteckt sein. Wenn ihr merkt, dass ihr für euer Ziel querfeldein laufen müsst, brecht die Suche besser ab. Die Natur hat oberste Priorität!
  • Igel, Salamander oder Reh: Im Wald tummeln sich viele wilde Tiere, die leicht aufgeschreckt werden können. Verhaltet euch deswegen ruhig und passt auf, wo ihr hintretet!
  • Besondere Rücksicht solltet ihr auf Fledermäuse nehmen. Sie halten Winterschlaf und dürfen deswegen von Anfang Oktober bis Anfang April nicht gestört werden. Schätze in der Nähe von Winterquartieren müssen deswegen rechtzeitig entfernt werden.
  • Auch wenn ihr einen Schatz nicht gleich findet, grabt nicht den halben Wald um. Das Umfeld besonders beliebter Geocaches sieht manchmal so aus, als hätte dort eine Horde Wildschweine gewütet! Das muss nicht sein.
  • Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler oder Nationalparks sind wichtige Rückzugsräume für Tiere und seltene Pflanzen. Hier dürft ihr auf keinen Fall die ausgewiesenen Wege verlassen.
  • Tabu sind selbstverständlich auch geschützte Biotope wie Gewässerufer, Moore, Heiden, Magerwiesen, Trockenrasen, Dünen, Quellbereiche, Feuchtgrünland, Sumpfwälder, Auwälder, Schluchtwälder, Felsen, Höhlen, Schutt- und Geröllhalden.
  • Baum-, Fels- und Erdhöhlen sowie Nistkästen wirken auf den ersten Blick wie die idealen Verstecke. Allerdings dienen sie zahlreichen Tierarten als Ruhe- und Fortpflanzungsstätten. Zum Geocaching kommen sie deshalb nicht infrage.
  • Unter Steinen oder Wurzeln findet man sehr oft Frösche, Eidechsen und andere Tiere. Bei der Suche sollten diese Orte nur ganz vorsichtig untersucht werden. Stochert auf keinen Fall wild in irgendwelchen Höhlen oder Nischen herum. Die Gefahr, ein Tier zu verletzen, ist groß.
  • Nachtcaches (Schätze, die sich nur im Dunkeln finden lassen) sind besonders beliebt. Allerdings haben sie einige Nachteile: Nachtaktive Tiere werden gestört und Pflanzen in der Dunkelheit zertrampelt. Außerdem stellen die Reflektoren, die häufig als Hinweise angebracht werden, eine große Gefahr dar: Haben sie einen Brennpunkt, kann das Sonnenlicht ausreichen, um ein Feuer zu entfachen. Auch Flaschen, Glasscherben, Folien und Metallteile können einen Brand verursachen.
  • Wenn ihr selbst einen Schatz verstecken möchtet, achtet darauf, dass der Behälter aus natürlichen Stoffen besteht und er keine gefährlichen, stark riechenden oder essbaren Gegenstände enthält. Und nagelt keine Hinweise an Bäume!
  • Informiert euch über die Naturschutzgesetze der einzelnen Länder. Zum Teil gelten unterschiedliche Richtlinien.
  • Meldet Geocaches, die nicht naturverträglich sind und weist andere Schatzsucher auf das richtige Verhalten in der Natur hin.

Foto: MSL/Nadja Juckel

Ihr seid neugierig geworden?

Auf der Internetseite www.geocaching.com findet ihr zahlreiche Koordinaten. So könnt ihr gleich eure Karriere als Schatzsucher starten : ) Wenn ihr mehr über naturverträgliches Geocaching wissen möchtet, könnt ihr euch auf der Internetseite www.geocaching.de informieren. Und falls ihr ein handfestes Buch zum Blättern bevorzugt, empfehlen wir euch dieses Werk: Ewers, Robin (2013) Geocaching. Praxiswissen vom Profi zu Ausrüstung, Cache-Arten und Suche. München: Bruckmann Verlag.

Viel Spaß beim Verstecken, Suchen und Finden!

 

Fotos: MSL/Nadja Juckel


Nadja Juckel


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