Besucht uns auch auf…

Wenn im Nutz- und Ziergarten das viele frische Grün sprießt, sind leider auch die Schnecken nicht weit, denn für sie sind die zarten Blätter vieler Stauden und der Gemüse- und Salatjungpflanzen ein richtiges Festmahl. Vor allem die verschiedenen großen Nacktschneckenarten, zu denen die Rote, die Schwarze und die Spanische Wegschnecke zählen, können erhebliche Schäden anrichten. Mit unseren Tipps schützt ihr eure pflanzlichen Zöglinge vor den hungrigen Weichtieren und haltet ihre Zahl im Zaum. Doch sollte euch bei allen Maßnahmen klar sein: Einen wirklich schneckenfreien Garten wird es nicht geben!

Eine rote Nacktschnecke, die an dem Blütenstiel eines gelb blühenden Hahnenfuß (Ranunculus) emporkriecht

Wenn im Garten alles grünt und blüht, sind auch die Nacktschnecken aktiv. Mit ein paar Tricks lassen sie sich im Zaum halten.

Viele Hobbygärtner verteilen Schneckenkorn in den Beeten, um damit die Tiere abzutöten. Präparate auf Basis von Eisen(III)-phosphat sind sogar für den ökologischen Landbau zugelassen und sollen weder Nützlingen, Haustieren oder dem Menschen schaden. Wichtig ist, frühzeitig und in ausreichender Menge die Körner auszustreuen, da die Tiere relativ viele davon fressen müssen, damit sie wirken. Auch wenn dies die bequemste Art ist, gegen Schnecken vorzugehen, gibt es genug Gartenbesitzer, die als überzeugte Bio-Gärtner lieber darauf verzichten möchten. Dann können folgende Maßnahmen gegen die stets hungrigen Tiere helfen:

 1. Sammelt Schnecken und ihre Gelege

Als mühsame und eher unbeliebte Maßnahme gilt das Absammeln der Schnecken, zumal man die Tiere dann auch töten muss. Wer diese Sisyphusarbeit dennoch in Angriff nehmen möchte, geht am besten in den Abend- und frühen Morgenstunden oder auch tagsüber nach einem kräftigen Regenschauer auf Schneckenfang. Denn dann kommen die Tiere aus ihren Verstecken und machen sich auf Nahrungssuche. Ihr findet sie auf den Gartenwegen oder direkt an den Pflanzen. Tagsüber könnt ihr auch nach ihren Verstecken suchen. Das sind beispielsweise große, beschattete Blätter, auf deren Unterseite sie sitzen. Auch unter Holzbrettern und leider auch im Kompost trifft man sie an – also überall dort, wo es dunkel und feucht ist. Mit der Zeit lernt ihr die beliebtesten Rückzugsräume im Garten kennen und könnt sie regelmäßig kontrollieren. Man kann sogar ganz bewusst Verstecke für die Schnecken anlegen, um die Tiere dort gezielt abzusammeln. Die getöteten Tiere, vor allem die Spanische Wegschnecke, sollte man nicht im Garten belassen, denn mit diesen lockt man weitere Schnecken an, die ihre toten Artgenossen fressen.

Mehrere Nacktschnecken, die sich unter einem Brett im Garten sammeln

Nacktschnecken verkriechen sich tagsüber, beispielsweise unter Brettern, die im Gemüsegarten als Weg dienen. Dort kann man sie dann gezielt absammeln. Foto: MSG/Martin Staffler

Bei der Bodenbearbeitung, vor allem zwischen September und Februar, kommen die weißen Eier der Schnecken zutage, die sie in kleinen Hohlräumen in der Erde abgelegt haben. Die Gelege können aus über 200 Eiern bestehen und werden selbstverständlich entfernt.

 2. Holt euch tierische Unterstützung

Es gibt verschiedene Wildtiere, die Schnecken auf ihrem Speisezettel haben. Dazu zählen unter anderem Igel, Spitzmäuse – die mit dem Igel verwandt sind –, Kröten, Frösche und Blindschleichen. Auch verschiedene Käferarten zählen zu den Schneckenfeinden und sogar die Weinbergschnecke, die selbst kaum Schäden verursacht, dafür aber die Eier der Nacktschnecken frisst. Damit diese Nützlinge in den Garten kommen und für euch auf Schneckenjagd gehen, sollte das Grundstück so beschaffen sein, dass sie sich dort wohlfühlen. Das erreicht ihr durch eine möglichst natürliche und abwechslungsreiche Gestaltung die viele Rückzugsräume für die Tiere bietet wie eine dichte, frei wachsende Hecke sowie Laub-, Totholz- oder Steinhaufen.

Ein Igel auf der Rasenfläche. Igel sind natürliche Fressfeinde von Schnecken

Der Igel zählt zu den Wildtieren, die im Garten nachts für uns auf Schneckenjagd gehen.

Einige Bio-Gärtner halten sich Indische Laufenten, die bekannt für ihren Appetit auf Schnecken sind. Die Tiere, die man niemals einzeln halten sollte, benötigen jedoch unter anderem einen weitläufigen Garten, eine Schwimmmöglichkeit und einen vor Mardern und Füchsen gesicherten Stall für die Nacht.

Eine Indische Laufente läuft über einen Gartenweg

Die possierlichen Indischen Laufenten sind bekannt für ihren Appetit auf Schnecken. Foto: MSG/Martin Staffler

3.  Wählt Pflanzen aus, die Schnecken nicht mögen

Nicht alle Pflanzenarten werden von den Nacktschnecken gefressen, das sind vor allem Pflanzen, die ätherische Öle enthalten wie Lavendel und Thymian sowie Pflanzen, deren Blätter relativ fest oder auch behaart sind. Dazu zählen beispielsweise Frauenmantel, Fetthenne, Bergenien, Pfingstrosen, die zahlreichen Storchschnabelarten und Taglilien. Manche Staudengärtnereien geben in ihren Katalogen einen Hinweis, wie schneckengefährdet die jeweiligen Arten sind. Das ist bei der Beetplanung sehr praktisch. Knoblauch hält neben weiteren Schädlingen auch Schnecken fern, ihr könnt also die Beete damit einfassen.

Nahaufnahme von einem blühenden Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Die weichen, jedoch dicht behaarten Blätter des Frauenmantels (Alchemilla mollis) werden in der Regel von Schnecken verschmäht. Foto: MSG/Martin Staffler

4. Schützt Beete mit Schneckenzäunen

Vor allem im Nutzgarten ist es sinnvoll die Beete mit einem Schneckenzaun zu umgeben. Die vorzugsweise aus Metall gefertigten Einfassungsschienen besitzen einen abgewinkelten Rand, den die Tiere nur schwer überwinden können. Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, dass keine Pflanzentriebe oder Blätter über den Zaun hängen, denn über diese gelangen die Schnecken wie über eine Brücke mühelos ins Beet!

Ein Beet mit verschiedenen Salatköpfen und gelb blühenden Studentenblumen (Tagetes)

Studentenblumen (Tagetes) und Salate werden schnell das Opfer der hungrigen Weichtiere. Um das Beet im Nutzgarten zu schützen, kann man ringsherum einen Schneckenzaun setzen, den die Tiere nur schwer überwinden können. Foto: MSG/Beate Leufen-Bohlsen

Ein Hochbeet kann den Zugang zu den Pflanzen erschweren, aber nicht verhindern. Für einen zusätzlichen Schutz sorgt dann ein selbstklebendes breites Kupferband, das ihr auf der Hochbeeteinfassung ringherum anbringt. Auch Töpfe lassen sich damit bekleben. Die Tiere scheuen davor, mit dem Metall in Berührung zu kommen. Um einzelne, besonders gefährdete Nutzpflanzen im Beet könnt ihr einen Ring aus grobem Sand, Splitt oder Sägespänen streuen, denn die Weichtiere kriechen nur sehr ungern darüber. Jedoch muss eine solche Barriere häufig erneuert werden, vor allem nach Regen. Dauerhafter sind dagegen Manschetten aus Kunststoff, die man um die Pflanzen legt, die sehen zwar etwas unschön aus, haben aber in vielen Gärten schon den Jungpflanzen das Überleben gesichert.

Der Beitrag wurde erstellt von Susann Hayn von der Redaktion Mein schöner Landgarten.

 Das könnte euch auch interessieren:

  • Wildgärtnerfreude: Eine Blumenwiese anlegen


Schreibe einen Kommentar

Datenschutz Datenschutzanfrage-Formular