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Heute erkunden wir in unserem Wander-Extra den Goldsteig in Bayern. Auf der Strecke von Marktredwitz bis Passau gibt es fünf Naturparks und einen Nationalpark zu entdecken.

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Wanderer auf dem Bodenmaiser Riegel (auch „Richard-Wagner-Kopf“ genannt), einem der vier Gipfel des Großen Arber (Foto: Gerhard Eisenschink)

Der Goldsteig – ein Wander-Schmankerl mit fünf Naturparks und einem Nationalpark

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Hier sind Wandersleute auf dem richtigen Weg: ein stilisierter Wanderweg in (Gold-)Gelb auf weißem Hintergrund ist die Markierung für den Goldsteig (Foto: Michael Koerner)

Seit 2007 darf sich der Goldsteig mit dem Titel „Prädikatswanderweg“ schmücken. Er führt durch den „Oberpfälzer“ und den „Bayerischen Wald“. Beide bilden zusammen das größte Waldgebiet Bayerns. Und wo wir schon bei Superlativen sind: Wanderer durchqueren auf dieser Tour den größten Waldnationalpark Deutschlands: den „Nationalpark Bayrischer Wald“. In dem 24.250 Hektar umfassenden Gebiet lässt sich unberührte Natur erleben. Denn der Mensch greift nicht ein. Hier gilt das Credo: Natur Natur sein lassen. Aber auch die fünf Naturparks warten mit beeindruckenden Landschaften auf. So kann sich beispielsweise der Naturpark „Steinwald“ mit seiner abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft und dem vorgelagerten Wald-Seen-Gebiet sehen lassen. Im „Nördlichen Oberpfälzer Wald“ können Wanderer den schönsten Balsaltkegel Europas bewundern: den Parkstein. Zahlreiche aufgestaute Weiher sind im Naturpark „Oberpfälzer Wald“ zu finden. Aber auch die restlichen beiden Naturparks, „Oberer Bayrischer Wald“ und „Bayrischer Wald“, bieten eine facettenreiche Landschaft.

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Wandern in unberührter Natur – wie hier am Fuße des Großen Falkenstein im Nationalpark Bayrischer Wald (Foto: Gerhard Eisenschink)

Auf den Spuren alter Handelswege

Der Name „Goldsteig“ ist noch ein Relikt aus dem Mittelalter. Die „Goldene Straße“, die von Nürnberg nach Prag führte, war ein bedeutender Handelsweg. Hier wurde Salz, das weiße Gold, transportiert. Aber auch echtes Gold gab es in Ostbayern. Zur Zeit Kaiser Karls IV. waren hier viele Goldminen in den Mittelgebirgen „Oberpfälzer Wald“ und im „Bayerischen Wald“ angesiedelt. Auch in Bächen fand man das wertvolle Edelmetall. In Neustadt a.d. Waldnaab kreuzt die alte Handelsstraße den heutigen Wanderweg und wird so zum geschichtsträchtigen Namensgeber für den „Goldsteig“.

 

Wandern auf dem Goldsteig

  • Start: Marktredwitz – Friedenfels
  • Ziel: Passau
  • insgesamt 660 km, der Weg teilt sich jedoch in zwei Alternativrouten, die entweder rund 430 oder 400 km lang sind
  • 2475 Höhenmeter
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Die Burgruine Weißenstein liegt direkt am Goldsteig (Foto: Stefan Gruber)

Startpunkt ist die Stadt Marktredewitz. Von hier geht es auf dem Burgweg zunächst durch den Steinwald. Hier lässt sich die Burgruine Weißenstein bestaunen. Weiter geht es durch das „Land der 100 Teiche“ und das Waldnaabtal. Die nächste Station ist Windischeschenbach, die „Hauptstadt des Zoiglbiers“. In Neustadt a.d. Waldnaab gibt es zudem ein sehenswertes Glasmuseum. Die mittelalterliche Burganlage Leuchtenberg liegt direkt am Goldsteig. Entlang des ursprünglichen Pfreimdtals führt der Goldsteig in die Goldgräberstadt Oberviechtach. In Thanstein teilt sich der Goldsteig in zwei Varianten. Eine Route, die Südvariante, führt über die Hussitenstadt Neunburg vorm Wald und Bodenwöhr in das Regental. Von hier aus geht es weiter über die Höhenzüge des Bayrischen Waldes nach Passau. Diese Strecke bietet einen bunten Wechsel von Wald- und Wiesenwegen und großartige Fernsichten. Die andere Route wird auch Kammvariante genannt – sie verläuft parallel zur deutsch-tschechischen Grenze und führt zunächst in Richtung Rötz. Später reiht sich bei diesem Weg Tausender an Tausender aneinander. Es geht beispielsweise auf den Hohenbogen, den Großen Arber, Rachel und Dreisessel. Belohnt wird der Wanderer mit großartigen Landschaften, z. B. das Donautal oder das Mühlviertel. Bis dann das Ziel Passau in Sicht kommt.

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Goldsteig: Blick vom Großen Arber zum kleinen Arbersee (Foto: Gerhard Eisenschink)

Querverbindungen

Dank Querverbindungen können Wanderer auch zwischen der Kamm- und der Südvariante wechseln. Vom Pröller zum Arber (St. Englmar – Arnbruck) bzw. vom Ilztal zum Haidel (Fürseneck – Hinterschmiding) führen traumhafte Wanderwege, die beide Vaianten verbinden.

Etappen

Der Goldsteig lädt zu einem ausgiebigen Wanderurlaub ein. Etliche Einkehrmöglichkeiten und Unterkünfte finden sich zwischen den einzelnen Etappen. Wer beispielsweise nur ein Wochenende zur Verfügung hat, kann einfach nur eine Teilstrecke wandern. Auf der Homepage www.goldsteig-wandern.de gibt es dafür einen praktischen Tourenplaner. Hier lassen sich Dauer, Länge, Schwierigkeitsgrad, Höhenmeter und Startpunkt eingeben. Zudem kann man nur Strecken auswählen, die familienfreundlich sind und Einkehrmöglichkeiten bieten.

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Diesen Blick können Wandersleute in Breitenberg auf dem Goldsteig genießen (Foto: Michael Koerner)

 


Michaela Seide


Ein Kommentar zu “Wander-Extra: Goldsteig

  1. Hallo Michaela, ein sehr schöner Beitrag und vor allem die Geschichte des Goldsteigs ist super. Bis jetzt habe ich nicht gewusst, wie der Name Goldsteig für den Wanderweg entstanden ist. Ich bin auch viel auf dem Goldsteig unterwegs. Mein Favorit für ein Wochenende auf dem Goldsteig ist die Route 14 von Haunkenzell nach Konzell und Route 15 von Konzell nach St. Englmar. Route 15 ist zur schönsten Goldsteigwanderstrecke gekürt worden. In Konzell gibt es momentan nur noch eine Übernachtungsmöglichkeit im Wellnesshotel Bayerischer Wald der direkt am Goldsteig ist. Ich wünsche allen viel Spaß auf dieser Strecke.

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