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Im vierten Teil unseres Wander-Extras nehmen wir Euch mit auf den ältesten und meistbegangenen Fernwanderweg des Landes: den Rennsteig. Hier wandelt man auf dem historischen Grenzweg zwischen Thüringen und Bayern, überquert mehrmals die Landesgrenzen und lernt dabei die Geschichte dieser Landschaft kennen.

Wegemarkierung auf dem Rennsteig

Ein weißes „R“ markiert den Verlauf des Rennsteigs. (Foto: Regionalverbund Thüringer Wald e.V.)

Der Rennsteig: 169 km, 3 unterschiedliche Naturparks

Der Rennsteig wird traditionell immer mit dem Thüringer Wald in Verbindung gebracht. Und das stimmt auch, aber eben nur teilweise. Denn wer den fast 170 Kilometer langen Rennsteig zurückgelegt hat, hat dabei noch zwei weiteren Naturparks des Mittelgebirges einen Besuch abgestattet. Dem Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale und dem Frankenwald. Zusammen bilden die drei Naturparks ein geschlossenes Naturparkgebiet mit einer Größe von 4000 Quadratmetern.

Wanderer im Thüringer Wald

Dichte Wälder sind charakteristisch für den Thüringer Wald. (Foto: Regionalverbund Thüringer Wald e.V.)

Naturpark Thüringer Wald

Zwischen der Wartburgstadt Eisenach und der Weltspielwarenstadt Sonneberg im Südosten Thüringens befindet sich der Naturpark Thüringer Wald. Er ist ein Kammgebirge und bietet den besonderen Reiz zwischen steilen Hängen und tiefen Tälern. Denn die Höhenunterschiede sind hier beträchtlich. So überragt zum Beispiel der Schneekopf, mit 987 m der zweithöchste Berg des Naturparks, den nur 2 km entfernt liegenden Schneetiegel um gute 600 m. Die reizvolle Landschaft hat aber auch für Kulturinteressierte viel zu bieten: Spuren jahrhundertealter Traditionen in Handwerk, Gewerbe und Kultur sind überall zu entdecken. Der Naturpark Thüringer Wald zeichnet sich durch eine klassische Mittelgebirgsvegetation aus und ist damit weniger artenreich als andere Teile Thüringens. Das macht er aber mit einer abwechslungsreichen Landschaft wieder wett. So finden sich Hochmoore neben Bergwiesen, Hochstaudenfluren neben – natürlich – großen Waldflächen.

Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

Östlich des Thüringer Waldes schließt das Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale an den Naturpark an. Dicht bewaldete Berge mit Höhen von annähernd 800 m prägen das Bild im Süden des Naturparks. Charakteristisch für die Landschaft rund um das historische Schieferanbaugebiet bei Probstzella im Osten des Naturparks ist – wie es der Name des Parks schon sagt – der Schiefer. Ob als Dach- oder Wandschiefer in den kleinen Ortschaften oder auf den mit Moos und Flechten bewachsenen Schieferhalden, überall sieht man das dunkle Gestein.

Naturpark Frankenwald

Der Frankenwald schließt nahtlos an das Thüringer Schiefergebirge an und wird naturräumlich auch als Teil dieses bezeichnet. Nur kleine Teile des Frankenwaldes gehören aber noch zu Thüringen, ein Großteil der Fläche liegt im nördlichen Bayern, in Oberfranken. Wegen seiner landschaftlichen Schönheit und zahlreichen Kulturdenkmälern ist der Frankenwald ein beliebtes Ziel für Erholungs-Suchende.

Hölzerner Wegweiser am Rennsteig

Das markante Holzschild des Rennsteigs ist inzwischen zum Symbol der Region geworden. (Foto: Regionalverbund Thüringer Wald e.V.)

Wandern auf dem Rennsteig

    • Start: „Tor zum Rennsteig“, 99817 Eisenach-Hörschel
    • Ziel: Am Rennsteigbrunnen, 07366 Blankenstein (Saale)
    • 169 km Länge, unterteilt in 8 Etappen
    • 3390 Höhenmeter

Der Rennsteig führt Euch auf einem Kammweg vom kleinen Örtchen Hörschel in der Nähe von Eisenach bis nach Blankenstein im nördlichen Frankenwald. Auf 8 Etappen passiert man dabei kulturhistorische Sehenswürdigkeiten, wie die Wartburg oder den Altervaterturm, und Landschaften, die vielfältig sind und fast unberührt wirken, wie die Drachenschlucht in der Nähe von Eisenach. Der Kammweg ist schon seit vielen Jahrhunderten ein viel bewanderter Weg: Schon die Kelten, Thüringer und Franken sind hier entlang marschiert. Gleichzeitig war der Rennsteig aber auch eine wichtige Handelsstrecke für Kaufleute. Auch Maler und Dichter lustwandelten hier.

Wenn man den Rennsteig erwandert, überquert man insgesamt sechs Mal die Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern. Schon im Mittelalter grenzte hier die Landgrafschaft Thüringen an das Herzogtum Franken. Überall sind auch heute noch die Spuren dieser Zeit zu entdecken: In Form von historischen Grenzsteinen, mit denen die Grenzlinie markiert wurde.

Auf der gesamten Route befinden sich viele Gasthöfe und Restaurants, in denen sich hungrige Wanderer stärken können. Wer seine Brotzeit lieber in der Natur einnehmen möchte, für den gibt es zahlreiche, gut ausgestattete Rastplätze.

Übrigens: Der Sage nach sollte jeder, der den Rennsteig komplett bewandert, beim Beginn der Tour in Hörschel einen Kieselstein aus der Werra fischen und ihn nach Beenden der Wanderung bei Blankenstein in die Saale werfen.

1. Etappe: Hörschel – Ruhla (18,9 km)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
Landhotel zur Guten Quelle in Neuenhof: Inmitten des Werratals am Startpunkt des Rennsteigs gelegenes Hotel mit Biergarten, Kontakt: Tel. 03 69 28  90 37 5, www.landhotel-gute-quelle.de

2. Etappe: Ruhla – Friedrichsroda (18,7 km)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
Hotel Restaurant Berggarten in Brotterrode: Am Fuße des Großen Inselberges liegt dieses liebvoll eingerichtete Hotel mit Jägerstube und Kaminzimmer. Kontakt: Tel. 03 68 40 37 20, www.rennsteigwanderung.de

Berggasthof Stöhr auf dem Großen Inselsberg: Kontakt: Tel. 03 68 40  32 42 5, www.berggasthof-stoehr.de

3. Etappe: Friedrichsroda – Oberhof (25,9 km)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
Gaststätte & Pension Waldschlösschen im Oberhof: Diese Unterkunft hat sowohl normale Zimmer als auch Ferienwohnungen im Angebot. Im Restaurant bekommt man in rustikalem Ambiete thrüinger Spezialitäten serviert. Kontakt: Tel. 03 68 42 20 99 2, www.waldschloesschen-oberhof.de

4. Etappe: Oberhof – Frauenwald (17,2 km)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
Hotel-Restaurant Gastinger in Schmiedefeld: Familiengeführtes Hotel inmitten des Biosphärenreservat Vessertal mit hauseigener Töpferei. Kontakt: Tel. 03 67 82 70 70, www.hotel-gastinger.de

5. Etappe: Frauenwald – Masserberg (16,9 km)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
Hotel Haus Oberland in Masserberg: Kleines Hotel mit tollen Ausblick aus jedem der 25 Zimmer. Kontakt: Tel. 03 68 70 21 70, www.hotel-haus-oberland.de

Pension & Gaststätte Haus Tannengrund in Neustadt am Rennsteig: Rustikal eingerichtete Gaststätte mit 24 Plätzen und einen Biergarten. Kontakt. Tel. 03 67 81 28 89 0,

6. Etappe: Masserberg – Neuhaus (18,7 km)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
Gasthof Bayerischer Krug in Neuhaus am Rennweg: Familienbetrieb mit gemütlichen Zimmern und reichhaltiger Speisekarte. Kontakt: Tel. 0 36 79 72 23 79

Gasthaus & Pension „Zum Rennsteig“ in Friedrichshöhe: Idyllische gelegenes Gasthaus im kleinesten Ort Thüringens direkt am Rennsteig. Kontakt: Tel. 03 67 04 80 65 9

7. Etappe: Neuhaus – Steinbach am Wald (23,1 km)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
Antikhotel Steinbacher Hof in Steinbach a. W.: Unter Denkmalschutz stehendens Hotel mit dem Charme längst vergangener Zeiten. Kontakt: 0 92 63 99 24 97 6, www.antikhotel-steinbacher-hof.de

8. Etappe: Steinbach am Wald – Blankenstein (28,3 km)

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
Gasthof Blankenberg in Blankenstein: Am Ende des Rennsteigs gelegen kann man hier thüringer Gastlichkeit erleben. Kontakt: Tel. 036642-23913, www.kriegels-gasthof.de

 


Sarah Stehr


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