Besucht uns auch auf…

Mückenstiche, Schürfwunden oder Kreislaufprobleme – während einer Wanderung kann das ein oder andere passieren. Im zweiten Teil unserer Wander-Heilkunde dreht sich deshalb alles um die kleinen Helfer aus der Wander-Apotheke, auf die Ihr während der Tour zurückgreifen könnt. Einige müsst Ihr bereits vor der Wanderung herstellen, bei anderen werden einfach Teile der Brotzeit zweckentfremdet.

Eine Wohltat bei Stichen:

Rote Zwiebel

Zwiebeln haben bei Stichen eine desinfizierende Wirkung. (Foto: MEV)

So schön eine Wanderung durch gewässerreiche Gebiete mit plätschernden Bächen und lauschigen Seen ist, oft sind wir nicht die einzigen, die sich hier wohlfühlen. Mücken und Schnaken tummeln sich hier ebenfalls zuhauf. Wer da nicht großzügig mit Antimückenspray eingesprüht ist, dessen Körper weist schnell den ein oder anderen Stich auf. Erste Hilfe bringt da immer Spucke. Was viele aber nicht wissen, auch in der Brotzeit findet sich einiges, was den unangenehmen Juckreiz mildern kann. Hierzu gehören zum Beispiel Zwiebeln, Tomaten, Gurken, Zitrone oder auch Joghurt. Sie haben kühlende und desinfizeriende Eigenschaften. Teilweise erzeugen sie aber auch Wärme, die den Mückenspeichel weniger agressiv macht. So wird der Juckreiz gemildert und die Mückenstiche schwellen schneller wieder ab.

………………………………………………………………………….

Schnellere Wundheilung bei Schürfwunden:

Entzündungshemmende Ringelblumen-Tinktur

Ringelblumeblüten und Ringelblumentinktur

Aus Ringelblumenblüten lässt sich ganz leicht eine entzündungshemmende Tinktur herstellen. (Foto: Irene Lehmann)

Bei kleineren Schürfwunden und Kratzern hilft der Alleskönner Ringelblume. Als Tinktur eignet er sich besonders gut für eine Wanderung. Sie wird im Verhältnis 1:10 mit Wasser vermischt und auf die verwundeten Stellen aufgetragen. Die Ringelblume wirkt mehrfach: Zunächst einmal ist sie antiseptisch und eignet sich deshalb gut zur Wundreinigung. Außerdem fördern ihre entzündungshemmenden Wirkstoffe die Wundheilung und einen raschen Wundverschluss. Die heilende Wirkung der Ringelblume wird dem Zusammenspiel ihrer Inhaltsstoffe zugeschrieben. Deshalb wird die Pflanze meist im Ganzen verarbeitet.

Zutaten:

  • 1 Handvoll frische oder getrocknete Ringelblumenblüten
  • 200 ml Alkohol 40 % (z. B. Wodka oder Doppelkorn)
  • 1 helles Schraubglas
  • 4 dunkle 50 ml Sprühfläschchen aus der Apotheke

1. Das helle Schraubglas etwa zu 2/3 mit den Ringelblumenblüten befüllen.

2. Anschließend den Alkohol so hoch in das Glas füllen, bis alle Blüten bedeckt sind.

3. Das Glas fest verschrauben und ans Fenster stellen. Damit sich die ätherischen Öle der Ringelblumenblüten gut verteilen, sollte das Glas jeden Tag einmal geschüttelt werden.

4. Nach 3 Wochen den Sud durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter filtern und in die Sprühfläschchen füllen.

………………………………………………………………………….

Wenn der Kreislauf schlapp macht:

Bündel Rosmarinzweige

Rosmarin bringt den Kreislauf wieder in Schwung. (Foto: Shutterstock / Drozdowski)

Rosmarin-Tinktur

Beim Wandern kann es schnell mal passieren, dass man einen Sonnenbrand oder gar einen Hitzschlag bekommt. Dann leidet der Körper neben Rötungen, Schwellungen, Kopfschmerzen und Schwindel auch unter Flüssigkeitsmangel. Und das belastet den Kreislauf. Neben viel Trinken hilft es, die betroffenen Hautstellen zu kühlen. Eine Tinktur aus Rosmarin stabilisiert den Kreislauf wieder, fördert außerdem den Blutfluss und unterstützt die Herz- und Hirndurchblutung.

Zutaten:

  • 1 Handvoll frischen Rosmarin
  • 200 ml Alkohol 40 % (z. B. Wodka oder Doppelkorn)
  • 1 helles Schraubglas
  • 4 dunkle 50 ml Sprühfläschchen aus der Apotheke

1. Zwischen Mai und August wird der Rosmarin geerntet. Für die Tinktur werden nur die oberen 10 cm der Triebe verwendet, da sie am intensivsten sind.

2. Anschließend die Blättchen von den Stängeln zupfen und möglichst klein schneiden.

3. In ein Glasgefäß geben und mit Alkohol auffüllen.

4. Das Glas verschrauben, für 3 Wochen auf die Fensterbank stellen und täglich schütteln.

5. Zum Schluss den Sud filtern und die Tinktur in kleine Sprühfläschchen füllen.

………………………………………………………………………….

 


Sarah Stehr


2 Kommentare zu “Wander-Heilkunde: Kleine Wander-Apotheke

  1. Moin, bei Stichen wirkt auch immer der Saft eines Spitzwegerichblattes. Blätter des Breitwegerichs sind gut bei Blasen an den Füssen, Blätter einfach in den Schuh legen.
    Diese Pflanzen wachsen oft am Wegesrand.
    Liebe Grüße

  2. Hallo Kerstin,
    der Spitzwegerich nimmt natürlich eine ganz besondere Rolle in der Wander-Apotheke ein! Schließlich ist das sogenannte Wanderpflaster so ziemlich das einzige, was man während einer Tour auch spontan gegen Stiche und Co. einsetzen kann. Deshalb bekommt er im August auch einen ganz eigenen Beitrag!
    Vielen Dank für deinen Kommentar und viel Spaß weiterhin mit unserem Blog.

Schreibe einen Kommentar

Datenschutz Datenschutzanfrage-Formular