Besucht uns auch auf…

Sie versorgt uns mit reichlich Vitaminen und Nährstoffen und kommt traditionell am Donnerstag vor Ostern auf den Tisch: In vielen Regionen kocht man zum Frühlingsanfang eine Suppe aus den ersten frischen Kräutern der Saison.

Brennnessel

Die Zubereitung der Gründonnerstags-Suppe geht auf einen alten Brauch zurück, der vermutlich noch aus vorchristlicher Zeit stammt. Nach der langen, entbehrungsreichen Winterzeit sammelte man freudig die ersten frischen Kräuter, fügte sie den Speisen zu oder kochte eine Heilsuppe daraus. Man verband damit die Vorstellung, dass durch die frischen Wildkräuter in der Suppe die heilsamen Kräfte des Frühlings aufgenommen würden.

Gubdermann

Spätestens seit dem 14. Jahrhundert ist die Sitte bezeugt, am Donnerstag vor Ostern möglichst grünes Gemüse, Salate und Kräuter zu essen. Diese Gewohnheit stand im Einklang mit den christlichen Fastenregeln, denn in vielen Kirchengemeinschaften war der Tag vor Karfreitag gleichzeitig das Ende der Fastenzeit. So erklärt sich auch, warum dieser Tag noch heute als „Gründonnerstag“ bezeichnet wird.

Welche Kräuter in die Suppe kommen und wie viele verschiedene Pflanzen dafür verwendet werden, ist je nach Region unterschiedlich – je nachdem, welche Kräuter dort zuerst austreiben. Vielerorts werden beispielsweise genau neun Kräuter gesammelt. Denn die Zahl Neun gilt in vielen Traditionen vieler Kulturen als magische Zahl, als Zahl der höchsten Vollendung. In anderen Gegenden sammelt man drei oder auch dreimal drei Kräuter – und erinnert damit an die Heilige Dreifaltigkeit.

Übrigens werden am Gründonnerstag (und in den Tagen danach) in vielen Regionen spezielle Kräuter-Wanderungen mit anschließender Suppen-Verkostung angeboten – erkundigt euch doch mal bei euren Kräuterexperten vor Ort


Grundrezept: Gründonnerstags-Suppe

Und weil es heißt, dass die Gründonnerstags-Suppe die Lebenskräfte anregt und Gesundheit fürs ganze Jahr schenkt, möchten wir euch unser Grundrezept natürlich nicht vorenthalten. Hier kommt eine Anleitung, die ihr je nach Geschmack (und je nachdem welche Kräuter bei euch gerade schon austreiben) variieren könnt:

Zutaten für zwei Personen:

  • je ein Bund verschiedener Frühlingskräuter (z.B. Bärlauch, Brennnessel, Gundermann, Giersch, Spitz- oder Breitwegerich, Knoblauchrauke, Sauerampfer, Sauerklee, Gänseblümchen, Frauenmantel…)
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Öl
  • 1 EL Mehl
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • Sahne, Crème Fraîche oder Pflanzen-Sahne
  • Salz und Pfeffer

Die Kräuter gut waschen, mit einem Küchentuch vorsichtig trocken tupfen. Anschließend in feine Streifen schneiden, einige zur Dekoration beiseite legen. Die Zwiebel würfeln, im Öl leicht andünsten. Mehl einrühren und leicht anschwitzen lassen. Dann die Gemüsebrühe dazu gießen und zum Kochen bringen. Die Kräuter einrühren und etwa 5–10 Min. köcheln lassen. Pürieren, mit Sahne, Salz und Pfeffer abschmecken und nach Belieben verzieren – z.B. mit den Blüten der Gänseblümchen.

Dazu passt ein frisches Landbrot. Guten Appetit!


Ein Kommentar zu “Brauchtum: Die Gründonnerstags-Suppe

  1. Liebes Mein-schönes-Land-bloggt-Team,

    ich habe das Rezept für diese wunderbare Suppe ausprobiert und fand sie sehr erfrischend. Genau das richtige um in den Frühling zu starten. Besonders schön fand ich dabei, Spitzwegerich und Brennesseln von unserer eigenen Wiese zu verwenden. Dass Gänseblümchen essbar sind, wusste ich vorher gar nicht und freue mich darauf auch diese bald in meiner Küche zu verwenden. Ich wünsche euch nachträglich frohe Ostern und sende herzliche Grüße, Fee

Schreibe einen Kommentar

Datenschutz Datenschutzanfrage-Formular