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Im bayerischen Moosinning verführt der Franzose Ludovic Gerboin nicht nur die Frauen mit seiner Schoko-Kunst.

Foto: MLK/ Michael Gregonowits

Zugegeben, im bayerischen Erdinger Moos erwartet einen normalerweise nicht das ganz große Kino. Aber was sich hinter der Fassade der Bäckerei „Ways“ abspielt, das erinnert einen schon an den Film „Chocolat“. Nur dass der Hauptdarsteller nicht die bezaubernde Audrey Tautou ist, sondern ein Mann: Monsieur Ludovic Gerboin.

Foto: MLK/ Michael Gregonowits

Ludovic Gerboin in seiner Backstube

Der gelernte Bäcker aus dem bretonischen Laval, der nach einer Fortbildung im Allgäu schließlich in Moosinning landete, verwöhnt die bayerische Klientel nämlich auch als Pâtissier und Chocolatier.

Allein zuzusehen, wie der 37-Jährige eine opulente Menge dunkler Perlen aus französischer Valrhona-Schokolade in einem Topf unter geduldigem Rühren zum Schmelzen bringt, sodass eine duftende Masse entsteht, die später die Grundlage für allerlei Kunstwerke wird, ist eine Ode an die Sinnlichkeit.

So oder so ähnlich muss er auch seine Frau Annette damals verführt haben, stellt man sich vor. Jedenfalls ist sie seiner Schoko-Kunst noch heute erlegen: Manchmal schaffe sie es zwar, den ganzen Tag hocherhobenen Hauptes an den Köstlichkeiten, die er fabriziert, vorbeizugehen, aber dann, in der Nacht, kann sie doch oft nicht den Verlockungen eines Eclair widerstehen, gesteht sie.

Ehrlich gesagt: Uns ginge es genauso, wenn wir wüssten, dass die süßen Sünden griffbereit im Kühlschrank lagern. Seine Vanille-Trüffel sind einfach parfait! Wie er sie von Hand rollt und schließlich in feinstem Puderzucker wälzt, da möchte man ihm schon fast, ja, aus der Hand lecken. Und seine Tuiles au Chocolat (Schokoladenblätter) zergehen einfach knusprig auf der Zunge. Von seinem Schokoladen-Kuchen erst gar nicht zu sprechen. Dabei beruft sich Monsieur gerne auf die Tradition, erfindet aber auch selber neu. „Ich schaue mir an, was die Kundschaft mag, mache etwas Neues daraus, und das dann hoffentlich mit dem französischen ,Je ne sais quoi‘, dem gewissen Etwas.“

Fast möchte man neidisch werden auf Moosinnings Bevölkerung.

Sollten Sie in der Vorweihnachtszeit in der Nähe von München sein: Machen Sie einen Abstecher ins „Ways“. Die Schoko-Glocken, Weihnachtsmänner und der Bûche de Noël von Monsieur Gerboin entlocken einem echte Wonneseufzer.

Illustration: MLK/ Claudine PanagopoulosFür alle, die es nicht mehr bis nach Moosinning schaffen: Die Bäckerei Ways könnt ihr auch online unter www.baeckerei-ways.de besuchen.

Den ausführlichen Bericht über unseren Besuch bei dem Schoko-Künstler sowie Rezepte für weihnachtliche Leckereien findet ihr in der November/ Dezember-Ausgabe von „meine gute Landküche“.

 

 

Bûche de Noël

Der „Weihnachtsbaumstamm“ ist in Frankreich ein traditionelles Dessert an den Weihnachtsfeiertagen.

Foto: MLK/ Michael Gregonowits

 

Für ca. 20 Stücke

Für die Buttercreme:
300 g Zartbitter-Kuvertüre
1 kg Butter
100 g Puderzucker
Salz
7 Eier (Größe M)
400 g feiner Zucker
Mark von 1 Vanilleschote

Für die Tränke:
50 g Zucker
10 g Kakao (schwach entölt)

Für den Teig:
3 Eier (Größe M)
75 g Zucker
Mark von 1 Vanilleschote
60 g Mehl
20 g Weizenstärke

Zubereitung

Die Kuvertüre über einem heißen Wasserbad schmelzen, lauwarm abkühlen. Weiche Butter, Puderzucker, 1 Prise Salz cremig rühren. Eier, Zucker und Vanillemark weißschaumig schlagen. Mit der Buttercreme verrühren. Kuvertüre untermischen.

Für die Tränke den Zucker, Kakao und 50 ml Wasser sirupartig einköcheln, abkühlen lassen.

Backofen auf 240 Grad (Umluft 220 Grad) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.

Eier trennen. Eigelbe, 25 g Zucker und Vanillemark weißschaumig schlagen. Eiweiß und den übrigen Zucker steif schlagen, unter die Eiercreme heben. Mehl und Stärke darübersieben und unterheben. Biskuit auf das Blech streichen. Im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 6 Minuten backen. Mit Backpapier herausnehmen, aufrollen und abkühlen. Wieder auseinanderrollen, Papier abziehen.

Die Roulade leicht mit der Tränke bestreichen (es darf ruhig etwas übrig bleiben). Zwei Drittel Schokobuttercreme auf die Teigplatte streichen, aufrollen. Die Seiten schräg anschneiden, Abschnitt beiseitelegen. Bûche de Noël ca. 60 Minuten kalt stellen.

Danach rundum mit der übrigen Creme bestreichen. Mit einer Gabel der Länge nach eine Maserung dekorieren. Abgeschnittene Rouladenseiten schräg als Äste ansetzen. Nach Belieben dekorieren und bis zum Servieren kalt stellen.
Ein Gastbeitrag von

meine gute Landküche-Ausgabe 06/2015

meine gute Landküche-Ausgabe 06/2015

 

 

 

 

 

 

 

 

Interessiert ihr euch auch für Wibele? Hier gibt’s ein tolles Rezept für Tiramisu mal etwas anders!

Viele weitere Rezepte von Meine gute Landküche könnt ihr euch übrigens unter www.mein-schoenes-land.com/archiv runterladen.
Weitere Beiträge von unseren Gastautoren findet ihr unter dem Suchbegrifft Landküche.


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