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Die ersten Rosen blühen, ebenso Storchschnabel, Akeleien, Lupinen und Tränendes Herz – das Gärtnerleben könnte im Augenblick also nicht schöner sein, wenn nicht diese Plagegeister wären, die vielen Pflanzen das Leben schwer machen. Neben Schnecken und Blattläusen treibt nun auch der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus) im Garten, aber auch auf dem Balkon, sein Unwesen. Ob auch eure Pflanzen befallen sind, könnt ihr an den typischen Fraßspuren erkennen, welche die schwarzen Käfer an den Blättern hinterlassen: Es handelt sich um einen Buchtenfraß, bei dem vom Blattrand her halbkreisförmige Stücke aus dem Laub herausgefresssen werden. Bei der Wahl der Futterpflanzen sind Dickmaulrüssler nicht sehr wählerisch, ihnen schmeckt das Grün beispielsweise von Rhododendren, Rosen und Buchsbaum wie auch von Erdbeeren und Clematis sowie von verschiedenen Stauden wie Akelei, Phlox und Fetthenne. Auch Dahlienblätter dienen als Nahrung.

Gefurchter Dickmaulrüssler auf dem Blatt einer Erdbeerpflanze

Dickmaulrüssler sind jetzt aktiv. Sie fressen am Laub zahlreicher Pflanzen. Foto: Susann Hayn/MSG

Die Fraßschäden lassen sich meistens ganz gut verschmerzen, auch wenn sie unschön aussehen. Ein viel größeres Problem ist, dass die Insekten in den kommenden Wochen ihre zahlreichen Eier im Wurzelbereich der Pflanzen ablegen und sich die Larven, wenn sie zwei bis drei Wochen später schlüpfen, von den Wurzeln ernähren. Zunächst fallen ihnen die Feinwurzeln zum Opfer, ältere Larven nagen aber auch die Rinde der Hauptwurzeln ab. Die Pflanzen können sich dann nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Die Folge, sie kümmern dahin oder sterben ab. Bei geringem Befall können die Pflanzen zudem von Pilzen infiziert werden, die über die verletzten Wurzeln eindringen.

Buchtenfraß am Blatt einer Erdbeere, verursacht durch den Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler hinterlassen den typischen Buchtenfraß an den Blättern, hier bei einer Erdbeerpflanze. Foto: Susann Hayn/MSG

Um das zu verhindern, hilft im Augenblick nur eins: die Käfer absammeln. Leider sind die Tiere jedoch vor allem nachts aktiv. Tagsüber verstecken sie sich beispielsweise in Erdrissen und klettern in der Abenddämmerung auf die Pflanzen, um zu fressen. Wenn ihr die Gehölze und Stauden zur vorgerückten Stunde nicht im Schein einer Taschenlampe absuchen möchtet, könnt ihr auch Blumentöpfe mit Holzwolle füllen und unter die Pflanzen stellen. Die Insekten verkriechen sich tagsüber darin und ihr müsst sie dort nur noch entfernen.

Wahrscheinlich werdet ihr nicht alle Käfer erwischen. Aber ihr habt die Möglichkeit, die Larven zu bekämpfen und zwar mit parasitären Nematoden (Fadenwürmern). Diese kann man als biologisches Pflanzenschutzmittel über ein Gartencenter vor Ort oder einen entsprechenden Online-Shop beziehen und mit der Gießkanne rund um die betroffenen Pflanzen ausbringen. Die Nematoden dringen in die Käferlarven ein und töten diese ab. Für andere Lebewesen sind sie jedoch unschädlich. Die beste Zeit für den Einsatz der Fadenwürmer ist von April bis Mai sowie von August bis September. Zu beachten ist dabei, dass die Bodentemperatur nicht unter zwölf Grad liegt, denn sonst sind die Nematoden inaktiv. Optimal ist eine Temperatur zwischen 15 und 25 Grad.

Der Beitrag wurde erstellt von Susann Hayn aus der Redaktion von Mein schöner Landgarten.


 

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