Besucht uns auch auf…

In der Nähe von Clausthal-Zellerfeld im Harz, in unmittelbarer Nähe zum Okerstausee, verläuft ein Wanderweg, der es in sich hat. Und das nicht nur landschaftlich…

Klippenwanderung im Harz

Die Klippenwanderung im Okertal wurde im Internet als echter Geheimtipp angepriesen: atemberaubende Blicke in die Landschaft, abwechslungsreiche Wegeführung und beeindruckende Felsformationen. Das klang doch gut, fanden meine Familie und ich und erkoren sie zur Auftakttour unserer einwöchigen Wanderferien im Harz. Um die 12 Kilometer, machbar in etwa 3,5 Stunden. Das war doch genau das Richtige für unseren ersten Tag. Schließlich wollten wir ja nicht gleich von Muskelkater geplagt werden. Dass sich das als Trugschluss erweisen würde, ahnten wir allerdings schon kurz nach Beginn der Tour.

Blick von den Feigenbaumklippen

Atemberaubender Ausblick über das Okertal

Wir starteten am Parkplatz am Romkerhaller Wasserfall, der künstlich angelegt wurde und wo sich das Wasser fast 70 Meter in die Tiefe stürzt. Leider waren bei unserem Besuch keine Wassermassen, sondern nur ein kleines Rinnsal zu sehen. Trotzdem – beeindruckend war er auf jeden Fall! Nach einem kurzen Stück auf einem gut ausgebauten Forstweg ging es dann steil bergauf. Schnell wurde aus dem Weg ein kleiner Pfad, der sich, teilweise begleitet von einem kleinen Bächlein, den Berg hinaufwand. Schon hier mussten wir zwischendurch mehrere kleine Pausen einlegen. Und langsam schlich sich schon der Gedanke ein: Oh Gott, das werden wir morgen in den Beinen merken! Aber bald kamen die ersten Klippen in Sicht – das trieb uns natürlich an. Auf dem letzten Stück kurz vor der Anhöhe hatte man dann noch einmal die Qual der Wahl: die einfache Route über einen gut ausgebauten Weg oder den kürzeren, aber schweren Weg. Wir entschieden uns für die kürzere Variante, die dann aber, wie sich herausstellte, mit einiger Kraxelei verbunden war. Zum Glück hatten wir festes Schuhwerk an, um über die Felsen klettern zu können. Meine Nichten und Neffen stürmten, plötzlich gar nicht mehr erschöpft, vorneweg.

Feigenbaumklippen

Mächtige Felsbrocken an den Feigenbaumklippen

Oben angekommen, wurden wir aber mit einem großartigen Ausblick doppelt und dreifach für den anstrengenden Anstieg belohnt. Tief unter uns windet sich der Fluss Oker durchs Tal, kilometerweit sieht man nur Berge, Felsen und Wälder. Unser erster richtiger Halt ist die Feigenbaumklippe, eine der zahlreichen Felsformation auf dieser Tour. Dicke Granitbrocken türmen sich hier aufeinander. Über einen kleinen Steg kann einer der großen Felsen ganz am Rande beklettert werden. Eine wackelige Angelegenheit für alle, die nicht so höhentauglich sind. Der Aussichtspunkt selbst war dann aber zusätzlich mit Geländern gesichert, sodass wir unbesorgt den Blick über den westlichen Harz genießen konnten. Nach einer kleinen Stärkung und zahlreichen Fotos setzten wir dann unsere Wanderung auf dem Höhenzug fort. Jetzt wurde der Weg wesentlich komfortabler. Eine wahre Wohltat für die Beine! Schnell erreichen wir die nächsten Gesteinsformationen: die Mäusefalle, die Hexenküche und die Kästeklippen, von denen sich erneut grandiose Aussichten boten. Fast jeder Felsen war mit einer kurzen Pause verbunden, damit die Kinder auf den Felsen klettern konnten, sodass die angegebenen 3,5 Stunden bald erreicht waren.

Oker

Der Rückweg entlang des Flüsschens Oker

Über den Ziegenrückenweg, einen schmalen Pfad, ging es anschließend steil ins Tal hinab. Der Rückweg  zum Parkplatz, wo wir unsere Autos abgestellt hatten, konnte ja nicht so lange dauern. Dachten wir. Immerhin waren wir schon ziemlich lange unterwegs und der Weg führte entlang der Oker und einer Straße. Die Strecke waren wir schließlich morgens mit dem Auto gefahren und da dauerte es nur ein paar Minuten. Aber weit gefehlt! Der Weg führte uns mal hinauf, mal hinab, mal auf der einen Seite des Flusses entlang, mal auf der anderen. Teilweise gut ausgebaut und an anderer Stelle einer kleiner Pfad, auf dem man über zahlreiche Wurzeln und Felsen klettern musste. Zwar gab es auch hier viel zu gucken, zum Beispiel den Okerstau, einen idyllischen See mitten im Wald. Nach und nach verließ aber vor allem die Kinder die Wanderslust. Nachdem wir noch einmal 1,5 Stunden unterwegs waren, hofften wir bei jeder Windung des Flusses, dass dahinter der Parkplatz läge. Ziemlich erschöpft erreichten wir ihn dann letztendlich. 7 Stunden nach unserem Aufbruch. Fazit: Eine tolle, abwechslungsreiche Wanderung, für die man aber etwas mehr Zeit einplanen sollte.

Zahlreiche Felsen und Klippen säumen den Weg.

Zahlreiche Felsen und Klippen säumen den Weg.

Fotos: K. + D. Fischer

 

 


Sarah Stehr


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