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In unserem Wanderspezial habt ihr bereits den Harz, die Fränkische Schweiz und viele andere schöne Gegenden Deutschlands kennengelernt. Diesmal zeigen wir Euch den Süden von Bayern, es geht nach Berchtesgaden. In meiner Heimat kann man richtig toll wandern und berggehen. Heute nehme ich Euch mit zur Bergtour auf den Jenner und die Königsbachalm. Von dort aus hat man in 1.874 Metern Höhe einen unbeschreiblich schönen Ausblick auf die Alpen.

Aussicht auf den Kooenigssee

Vom Gipfelkreuz hat man eine atemberaubende Aussicht auf den Koenigssee

Der Jenner ist eigentlich ein Skigebiet, das größte in Berchtesgaden, an das ich im Sommer nie wirklich denke, wenn ich eine Bergtour machen möchte. Umso gespannter war ich, wie es dort oben jetzt wohl aussehen würde. Mein Freund und ich starteten die Bergtour am Parkplatz Vorderbrand. Anfangs ging es eine breite Forststraße entlang durch den Wald, ohne viel Steigung. Nach etwa einer Viertelstunde konnte man schon die Mittelstation der Seilbahn sehen, die auch im Sommer bis zur Bergstation fährt. Der Weg nach oben wurde ab hier ein bisschen steiler, aber nicht wirklich anstrengend. Wir wollten jedoch nicht dort laufen, wo die vielen anderen Urlauber unterwegs waren und entschieden uns daher für einen schmalen Weg, der ziemlich steil über die Wiese nach oben führte. Es ging über hohe Treppen nach oben und man musste aufpassen, dass man auf den vielen Steinen nicht ausrutscht. Dabei kamen wir ganz schön ins Schwitzen. Obwohl wir schon um zehn Uhr losgegangen waren, schien die Sonne bereits ziemlich kräftig vom Himmel und ich war froh über kurze Hose und T-Shirt. Wir gingen relativ zügig und kamen schon nach etwa 20 Minuten auf die normale, breite Straße, die im Winter als Skiabfahrt dient.

Die "Klaus Maxei" dient vielen Wanderern als erste Zwischenstation

Die „Klaus Maxei“ dient vielen Wanderern als erste Zwischenstation

Von hier aus erreichten wir schon nach weiteren zehn Minuten die Hütte „Klaus Maxei“. Viele Wanderer machen hier Pause und lassen sich ihr „Kaas-Speckbrot“ und ein Weißbier schmecken. Wir wollten aber nach ganz oben und maschierten daher gleich weiter. Der Weg zur Bergstation ist geteert aber sehr steil, vor allem kurz vorm Ziel. Laut den Schildern dauert es von hier noch etwa eine Stunde bis zur Berggaststätte.

Die Zeitangaben sind jedoch sehr großzügig ausgelegt, denn wir erreichten die Bergstation bereits nach 20 Minuten. Da die Seilbahn von der Talstation bis nach oben fährt, war hier sehr viel los und wir entschieden uns, gleich zum Gipfelkreuz weiterzuwandern.

Fast am Gipfel angekommen

Fast am Gipfel angekommen

Auf dem schmalen Weg, bei dem es an den Seiten oft senkrecht nach unten geht, musste man gut aufpassen, wo man hintritt. Kaum zu glauben, dass einige Urlauber mit Ballerinas oder Sandalen unterwegs waren. Nach fünf bis zehn Minuten erreichten wir das Gipfelkreuz.
Die Aussicht war wirklich traumhaft und obwohl ich hier aufgewachsen bin und den Anblick kenne, bin ich immer wieder fasziniert über die Schönheit der Natur. Hier oben hätte man es wirklich stundenlang aushalten können… wäre nicht so viel los gewesen.

Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg zur Königsbachalm. Es ging fast nur bergab, der Weg war aber sehr schmal und steinig (unbedingt Bergschuhe anziehen!). Wir gingen an kleinen Bächen vorbei und erfrischten uns mit eiskaltem Quellwasser. Die Kühe beobachteten uns dabei vom Wegesrand aus.

Mahlzeit! Das haben wir uns verdient

Mahlzeit! Das haben wir uns verdient

Nach rund einer weiteren halben Stunde gelangten wir zur bewirtschafteten Königsbachalm. Jetzt hatten wir uns aber wirklich unsere Brotzeit verdient. Die Entscheidung zwischen frischem, selbstgemachten Käse- und Zwetschgenkuchen, Brotzeitplatte und den ganzen warmen Speisen fiel uns gar nicht leicht. Wir bestellten schließlich ein Käse-Speckbrot und die vegetarische Variante mit Spiegelei. Dazu gab’s natürlich ein eisgekühltes Weißbier. Je länger wir in der Sonne saßen, desto weniger Lust hatten wir weiterzugehen.

Als wir uns dann doch aufmachten, verlief der Weg zurück zum Parkplatz sehr gemächlich und gemütlich – bis auf die erste Steigung. Normalerweise geht man nach einer Almbrotzeit ja nur bergab. Von der Königsbachalm aus muss man jedoch erst wieder etwa zehn Minuten steil bergauf gehen, bevor man auf den geraden Weg kommt. Ganz schön anstrengend nach so einer zünftigen Brotzeit. Der Rückweg bot uns eine tolle Aussicht auf das Tal und die Alpen. Als wir nach etwa 45 Minuten wieder am Parkplatz angekommen sind, stellten wir fest, dass wir trotz unseres schnellen Tempos insgesamt fünf Stunden unterwegs waren. Es war ein richtig toller Tag an dem wir stolz darauf waren, was wir alles geschafft hatten.

Für wen ist die Tour geeignet:

Es hilft, wenn man sportlich ist. Jedoch bietet die Strecke viele Möglichkeiten für Pausen. Wichtig ist vor allem, immer auf den Weg zu achten. Da es in letzter Zeit oft geregnet hat, waren die Steine sehr locker. Festes Schuhwerk und lockere Kleidung sind deshalb unbedingt zu empfehlen, vor allem weil es an einigen Stellen sehr steil nach unten geht.

Wie erwähnt ist es möglich mit der Seilbahn vom Tal zur Bergstation zu fahren und nur noch den kurzen Weg zum Gipfel zu wandern. Das Gefühl oben anzukommen und selbst gewandert zu sein kann man damit aber niemals vergleichen. Also: „A bisserl plagen soit ma si scho.“

Tipp: Von der Königsbachalm und auch auf dem Weg in Richtung Parkplatz gibt es viele weitere Abzweigungen zu tollen Touren, zum Beispiel zum Seeleinsee oder ganz nach unten zum Königssee. Unter http://www.berchtesgadener-land.com/de/berge-hochalpen/ und http://www.berchtesgadeninfo.de/de/aktivurlaub-bayern/bergtouren-wandern-alpen.html findet man weitere Routen.


Eva Goldschald


3 Kommentare zu “Mein schönes Land wandert: Vom Jenner zur Königsbachalm

  1. Klingt nach einer tollen Tour und der Ausblick ist ja wahnsinnig schön! Vielleicht habe ichs überlesen, aber wie lange seid ihr insgesamt gegangen? Von der Schwierigkeit her wäre das eine ideale Tour, die sicherlich auch für weniger erfahrene Bergwanderer zu schaffen wäre. Kondi hab ich ja :) Hättest du bezüglich Übernachtung in der Gegend vielleicht einen Tipp? Ich habe die Seite http://www.berchtesgaden360.de gefunden, die sehr informativ ist und vorallem kann man sich einen super Rundumblick verschaffen, aber ich bin mir nicht sicher, von welchem der 5 Orte aus man die besten Gelegenheiten zum Wandern hat. Danke & lg, Monika

  2. Liebe Monika, danke für deine Nachricht. Es freut mich total, dass dir meine Heimat so gut gefällt. Ich glaube wir sind etwa 4 Stunden gegangen. Allerdings haben wir viele Pausen und Brotzeit gemacht und sind auch zum Fotografieren öfter stehen geblieben. Man könnte die Tour also auch schneller schaffen. Wenn du gerne Ski fährst oder Skitour gehst, wäre das jetzt im Winter auch was. Eine Skitour zum Stahlhaus (auch der gleiche Wanderweg) oder auch zum Jenner ist ein Traum. Zu deiner Frage mit der Übernachtung: Wenn du mit dem Auto anreist ist es eigentlich egal in welchem der 5 Gemeinden du wohnst, denn es gibt wirklich in jeder Gemeinde tolle Bergtouren. In Bischofswiesen zum Beispiel der Rauhe Kopf. In Marktschellenberg die Eishöhle und die Almbachklamm. Aber auch die Ramsau und Schönau sind wirklich super zum Berggehen. Hier findest du alle Infos zu den Bergtouren: http://www.berchtesgadener-land.com/natur/wandern
    Zur Unterkunft: Hier findest du Hotels und Ferienwohnungen http://www.berchtesgadeninfo.de
    Als Tipp: Von der Ferienwohnung Lärcheck hat eine unglaubliche tolle Aussicht http://www.laercheck.de. Da ich aber aus Berchtesgaden komme, habe ich noch nie in einer Ferienwohnung oder einem Hotel hier geschlafen.
    Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen und wünsche schon mal einen wunderschönen Urlaub.
    Liebe Grüße

  3. Hallo Eva, danke für die vielen Tipps! 4 Stunden klingt gut!
    Ja wir werden mit dem Auto anreisen, dann fällt die Entscheidung für einen der Orte etwas leichter! :) Wir haben uns dieses Jahr für einen Sommerurlaub entschieden, aber vielleicht werden wir auch mal eine Skitour einplanen…
    Lg, Monika

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